Stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft geplant
Spielzeughersteller Lego rutscht in die roten Zahlen

Elektronisches Spielzeug wie Konsolen und Videospiele machen dem Traditionsunternehmen immer stärker zu schaffen. Letztes Jahr erwirtschaftete der dänische Konzern einen Verlust von rund 111 Mill. Euro / 218 Mill. DM nach Steuern. Jetzt will Lego will "intelligente Bausteine" entwickeln, bei denen neueste Technik zum Einsatz kommt.

afp KOPENHAGEN. Der Bauklötzchen-Konzern Lego ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und bremst deswegen seine ehrgeizigen Expansionspläne. Wie das dänische Familienunternehmen am Freitag in der Firmenzeitschrift "Lego Life" bekannt gab, erwirtschaftete es einen Verlust von 831 Mill. Kronen (rund 111 Mill. Euro / 218 Mill. DM) nach Steuern. Der Umsatz sank um 3,5 % auf 9,47 Mrd. Kronen (1,27 Mrd. Euro / 2,48 Mrd. DM).

Analysten zufolge machen Videospiele und Konsolen dem traditionellen Lego-Spielzeug immer stärker zu schaffen. Die Firmenspitze erklärte, das 1932 gegründete Unternehmen wolle sich wieder mehr auf die bunten Plastikbausteine besinnen. Randbereiche wie Bekleidung, Bücher oder Uhren sollen aufgegeben oder abgebaut, der Ausbau der Freizeitparks nach der Eröffnung des Legolands in Bayern vorerst gestoppt werden.

Lego will sich auf Kerngeschäft konzentrieren

Bereits 1998 hatte Lego rote Zahlen geschrieben; 1999 aber wieder einen Reingewinn von 274 Mill. Kronen erwirtschaftet. Firmenchef Kjeld Kirk Kristensen versicherte, Lego-Fans rund um den Erdball bräuchten sich trotz des wirtschaftlich schwierigen Jahres nicht um die Zukunft der Firma zu sorgen. Vizechef Poul Plougmann räumte ein, der neuerliche Verlust sei "äußerst enttäuschend".

In einer Erklärung verwies die Konzernspitze darauf, 2000 sei für die gesamte Spielwarenbranche ein schwieriges Jahr gewesen. Lego sei aber besonders getroffen worden, "weil wir vergessen haben, uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren". Zunächst sollen nun die Märkte USA, Japan, Großbritannien und andere europäische Länder stärker beackert werden. Lego will zudem "intelligente Bausteine" entwickeln, bei denen neueste Technik zum Einsatz kommt. Bei den Freizeitparks ist nach der für 2002 geplanten Eröffnung im bayerischen Günzburg zunächst Schluss. Bislang gibt es drei Parks: Der mit gut 30 Jahren älteste steht nahe dem Firmensitz im westdänischen Billund, einer seit 1996 im englischen Windsor, im März 1999 öffnete das Legoland im kalifornischen Carlsbad.

Kooperation mit Microsoft

Erst im Januar hatte Lego eine Kooperation mit dem US-Softwarekonzern Microsoft geschlossen. Beide Seiten wollen unter anderem bei Videospielen für das Microsoft-System Xbox zusammenarbeiten; über Microsofts Internet-Portal MSN wird zudem Lego-Spielzeug verkauft. Die dänische Firma ging Partnerschaften auch mit dem Musikkonzern Universal ein sowie mit Hollywood-Größen wie den Produzenten Steven Spielberg und George Lucas. Gemeinsam mit den Warner-Bros-Studios entwickelt Lego zwei Programme um den Zauberlehrling Harry Potter.

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