Stärkeres Wachstum im zweiten Halbjahr
Bankenverband sieht keine rasche Leitzinssenkung in Euro-Zone

Der Bundesverband deutscher Banken rechnet auch nach der jüngsten US-Leitzinssenkung mit keiner raschen zinspolitischen Lockerung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Zudem bewertet der Bankenverband, wie er am Mittwoch in seinem jüngsten Konjunkturbericht mitteilte, die aktuelle Wachstumsabschwächung im Euro-Raum als vorübergehend. Sie sollte spätestens in der zweiten Jahreshälfte wegen der positiven Wirkung von Steuerentlastungen wieder einer größeren Dynamik weichen, so dass letztlich für 2001 weiterhin ein reales Wirtschaftswachstum in Deutschland von 2,75 % nach 3,1 % im vergangenen Jahr zu erwarten sei.

Reuters BERLIN. Der Bankenverband spricht sich in seinem Bericht für eine Zinspolitik der "ruhigen Hand" durch die Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Die derzeit relativ hohe Inflation im Euro-Raum von derzeit 2,9 % spreche gegen eine rasche Leitzinssenkung. Von Seiten der Geldmengenentwicklung sei kein Zinssenkungsdruck erkennbar und auch durch die Entwicklung der Konjunktur gebe es ebenfalls keinen solchen Druck. Das Wirtschaftswachstum habe sich in Europa im Gegensatz zu den USA nur "moderat und vorübergehend" abgeschwächt. Wegen der steuerlichen Entlastungen in vielen Euro-Ländern werde das Wachstum spätestens im zweiten Halbjahr wieder Fahrt aufnehmen.

Aktuell allerdings werde das Wachstum im Euro-Raum erst einmal etwas gedämpfter verlaufen, teilte der Verband mit. Ab dem zweiten Quartal könnten dann erste positive Impulse durch die Steuerentlastungen im Volumen von fast 50 Mrd. Euro sowie den jüngsten Ölpreis-Rückgang sichtbar werden. Insgesamt erwartet der Verband für die Euro-Zone im laufenden Jahr ein reales Wirtschaftswachstum von knapp drei Prozent nach rund 3,5 % im abgelaufenen Jahr.

Kein Grund für Konjunkturpessimismus

Für Deutschland sieht der Verband trotz der aktuellen Wachstumsdelle "keinen Grund für übertriebenen Konjunkturpessimismus". Zwar würden die Exporte angesichts der sich abkühlenden Weltwirtschaft etwas an Zugkraft einbüßen, doch ständen dem eben die Impulse durch die Steuerreform gegenüber, was den privaten Verbrauch ankurbeln werde.

Kritisch äußerte sich der Verband zur Arbeitsmarktpolitik in Deutschland. Dringliche Reformen seien im vergangenen Jahr unterblieben. Und inzwischen seien sogar klare Ansätze für weitere Überregulierungen dieses Marktes erkennbar. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit werde sich angesichts des für das laufende Jahr erwarteten geringeren Wachstums denn auch ebenfalls nur noch in einem etwas geringerem Ausmass als im Vorjahr fortsetzen lasssen. Im Jahr 2000 sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um rund 200 000 auf knapp 3,9 Mill..

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