Stärkste Rückgang der Arbeitsplätze in den USA seit 10 Jahren
US-Kreditmärkte blicken auf Aktien

Die US-Kreditmärkte werden sich Händlern zufolge in der kommenden Woche insbesondere an der Entwicklung der Aktienmärkte ausrichten. Nach den jüngsten Kursverlusten an den internationalen Börsen könne ein Anhalten der Unsicherheit an den Aktienmärkten den fest verzinslichen Papieren weitere Kursgewinnen bescheren. Eine wichtige Rolle spielten auch die am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden US-Einzelhandelsumsätze für März.

Reuters NEW YORK. Analysten zufolge werden die Daten weiteren Aufschluss darüber geben, ob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) früher als vor ihrem regulären Treffen am 15. Mai die Zinsen senken wird. Am Mittwoch werden zudem die März-Außenhandelspreise in den USA veröffentlicht, am Freitag der Index zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan.

Auch der stärkste Rückgang der Arbeitsplätze in den USA seit zehn Jahren dürfte Händlern zufolge die Spekulationen um eine Zinssenkung wieder anheizen. Das US-Arbeitsministerium hatte am Freitag von einem Rückgang um 86 000 Stellen entgegen einem am Markt erwarteten Anstieg von 58 000 Arbeitsplätzen berichtet.

Die Arbeitsmarktdaten hatten den US-Staatsanleihen nach Händlerangaben zu einem deutlichen Auftrieb verholfen. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen rentierte am Freitag zeitweise mit 4,1 Prozent auf dem tiefsten Niveau seit Oktober 1998 und ging mit 6/32 Zählern im Plus bei 100-09/32 Punkten aus dem Handel. Der richtungweisende 30-jährigen Bond legte um mehr als einen vollen Punkt (1-1/32) auf 98-24/32 Punkte zu und rentierte auf diesem Niveau mit 5,4598 Prozent. Die zehnjährigen Papiere gewannen 21/32 Punkte und gingen mit 100-27/32 Zählern aus dem Handel bei einer Rendite von 4,8902 Prozent.

Die wieder schwächeren Aktienmärkte sorgten Händlern zufolge in der vergangenen Woche für Verunsicherung unter den Anlegern. Viele Investoren seien deshalb in den sicheren Analagehafen der Festverzinslichen geflüchtet. Der technologielastige Nasdaq-Index schloss am Freitag 3,6 Prozent im Minus und verlor damit im Wochenverlauf insgesamt 6,5 Prozent. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industrieunternehmen büßte zum Wochenausklang rund 1,3 Prozent auf 9 791 Zähler ein.

Einzelhandelsumsätze sind richtungweisend

Weiteren Aufschluss über die US-Konjunktur und damit mehr Klarheit über künftige Zinsentscheidungen der Fed erhoffen sich die Experten in der kommenden Woche insbesondere von den Einzelhandelsumsätzen für März. Befragte Analysten gehen von einem unveränderten Preisniveau aus nach einem leichten Rückgang im Februar um 0,2 Prozent zum Vormonat.

Analysten zufolge nähren die jüngsten Konjunkturdaten die Erwartungen einer Senkung des Zielsatzes für Tagesgeld um 50 Basispunkte beim nächsten regulären Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed am 15. Mai. "Es ist unmöglich zu sagen, dass wir keine Zinssenkung sehen werden, da dies seit Mai vergangenen Jahres ein Trend ist und dieser sich in den letzten Monaten verstärkt hat", sagte ein Bond-Experte.

Einer Umfrage zufolge gehen 24 von insgesamt 25 befragten Primärhändlern von einer Zinssenkung Mitte Mai von 0,5 Prozentpunkten aus. Die Händler sehen zudem eine 45-prozentige Chance, dass die Leitzinsen vor der regulären FOMC-Sitzung gesenkt werden könnten. Die Fed hat in diesem Jahr bereits drei Mal die Zinsen um jeweils 50 Basispunkte auf nun 5,0 Prozent gesenkt, einmal davon vor einem regulären Treffen.

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