Stärkster Anstieg seit 25 Jahren bei Verbrauchervertrauen
US-Börsen retten dünnes Plus ins Ziel

Wie labil das Vertrauen in einen starken und nachhaltigen Aufschwung an den US-Börsen ist, hat sich am Dienstag gezeigt. Der Markt konnte morgendliche Gewinne nicht halten, rutsche ab und fing sich erst in der letzten Viertelstunde. Der Dow schloss mit einem Plus von 70 Punkten oder 0,7 % auf 10 353 Punkten, die Nasdaq gewann 11 Zähler auf 1 824 Punkte.

NEW YORK. Schon eine Rally um 150 Punkte reichte aus, die Anleger zu Gewinnmitnahmen zu treiben. Für eine Kletterpartie hatten am Morgen die Zahlen zum Verbrauchervertrauen gesorgt, die besser ausfielen als erwartet worden war. Der Index ist von 95 Punkten auf 110,2 Punkte gestiegen. Damit verzeichnet er den höchsten Stand seit dem 11. September und den steilsten Monatsanstieg seit 25 Jahren.

Nur bedingt gut waren hingegen die neuen Zahlen zu den Bestellungen langfristiger Güter. Diese sind zwar um starke 1,5 % gestiegen, doch haben sich nur Rüstungs- und der Transportsektor wirklich verbessert - diese herausgerechnet sind die Bestellungen um 0,3 % beziehungsweise 1,3 % zurück gegangen. Die Bestellungen langfristiger Güter wie Flugzeuge, Autos oder Kühlschränke gelten als Omen für die Entwicklung des produzierenden Gewerbes und damit der Konjunktur.

Nur wenige Aktien handelten am Dienstag stabil im Plus, darunter Morgan Stanley. Schon am Morgen hatte die Aktie stark zugelegt, nachdem das Brokerhaus die Quartalserwartungen übertroffen hatte. Anleger übergingen die Tatsache, dass der Umsatz dennoch um 16,5 % und damit das sechste Quartal in Folge gesunken ist. Die Aktie verbesserte sich um 2 %.

Konstant stärkste Werte waren die Airline-Aktien. United und American Airlines, die beiden größten US-Carrier, erhalten Steuerrückzahlungen in Millionenhöhe, nachdem das veränderte Steuergesetz als Teil von Präsident Bushs Care-Paket für die Wirtschaft in Kraft getreten ist. US Airways und Delta Airline stehen ebenfalls Zahlungen bevor, die aber noch nicht beantragt sind. Der Sektor verbesserte sich um 3,5 %.

Der Netzwerkkonzern Ciena gab hingegen anfängliche Gewinne ab. Vor dem Hintergrund eines anhaltend schwachen Tech-Marktes hat das Unternehmen angekündigt, 650 Stellen zu streiche, das entspricht 20 % der Mitarbeiter. Dafür nehme man Restrukturierungskosten von bis zu 135 Millionen Dollar in Kauf, spare aber künftig jährlich 155 Millionen Dollar. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,6 %.

Während der Netzwerksektor ebenso schwach handelte wie Hard- und Software, gehörte die Chipbranche zu den stärkeren. Prudential Securities prognostiziert dem Unternehmen in den nächsten Monaten Bestellungen im großen Rahmen von den Chip-Giganten Intel und Micron. Papiere von Applied Materials gewannen 2 %. Auch LAM Research, Novellus und Teradyne legten zu.

Dagegen präsentierte sich Telekom-Dienstleister Worldcom als Verlierer. Die UBS Warburg stuft das Unternehmen auf "halten" ab. Die Experten fürchten eine "weiter schwache Nachfrage nach Datenservice" und ein anhaltend schwieriges Umfeld. Worldcom verlor 7 % und belastete auch die Ferngesprächs-Tochter MCIT. "Wenn Worldcom schwächelt, muss MCIT einen größeren Anteil der Kosten schultern und kann möglicherweise die eigenen finanziellen Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen," warnen Analysten. MCIT verlor fast 23 %.

Ebenfalls steil bergab ging es für McAfee und Network Associates. McAfee, Marktführer im Bereich Anti-Viren-Software, hat ein Übernahmeangebot von Network Associates abgelehnt, welches man als "unangemessen niedrig" empfunden habe. Gleichzeitig gab die Börsenaufsicht SEC bekannt, dass man in Sachen Bilanz-Praktiken Ermittlungen bei Network Associates aufgenommen habe. Die Aktie gab 11 % ab, McAfee verlor 16 %.

Dass Ford frühe Gewinne nicht halten würde, war zu erwarten. Der zweitgrößte US-Autohersteller hält man an der Prognose eines Break-Even in 2002 fest, obwohl Branchendaten seit Wochen auf einen stärkeren Automarkt als erwartet deuten. Die Analysten von Goldman Sachs zeigen sich enttäuscht: Ford scheine die Kostenbasis in den letzten zwei Monaten nicht wirklich verbessert zu haben. Der Wert ist für die Experten nur "haltenswert" und schloss nur stark behauptet.

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