Stärkung der Klagekampagne gegen Linux-Anbieter
Microsoft zahlt Lizenzen für Unix-Nutzung

Microsoft hat mit dem US-Softwarehaus SCO Group Inc. eine Vereinbarung getroffen, für die Nutzung von Techniken des Betriebssystems Unix Lizenzgebühren zu bezahlen.

ruk/wsj MÜNCHEN. Dies berichtet das Wall Street Journal in seiner Montagsausgabe. Damit wird die von SCO geführten Klagekampagne gegen einige Anbieter des Unix-Derivates Linux wegen Copyrightverletzungen gestärkt.

Die SCO Group Inc. mit Sitz im US-Bundesstaat Utah besitzt heute die Basis-Rechte des Betriebssystems Unix. Dieses wird in erster Linie auf Serverrechnern und Workstations für Ingenieure und Wissenschaftler eingesetzt. Unix wurde in den 60er Jahren von Forschern der AT&T Laboratorien entwickelt. Im Laufe der Zeit haben die meisten Anbieter von Servern und Workstation die Software lizenziert.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Schwierigkeiten des Telefongiganten AT&T kaufte Novell 1992 die Unix-Rechte und verkaufte sie 1995 an das kalifornische Softwarehaus SCO (Santa Cruz Operation). Die in der gleichnamigen Stadt an der Pazifikküste ansässigen Softwareentwickler hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine spezielle Unix-Version für Computer mit Intelprozessoren im Angebot. Das in Utah ansässige Softwarehaus Caldera mit Schwerpunkt Linux wiederum kaufte die wichtigsten Komponenten von den Kaliforniern und änderte in jüngster Zeit seinen Namen in SCO Group Inc.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Linux auf den Rechnern des so genannten Industriestandards (Prozessoren von Intel) hat sich SCO entschlossen, mit Hilfe der renommierten Anwaltfirma Boies, Schiller & Flexner von Linux-Anbietern Lizenzgebühren einzutreiben. David Boies hat sich als Anklagesprecher im Kartellverfahren gegen Microsoft einen Namen gemacht. Nach Ansicht von SCO haben die Weiterentwickler des vom Finnen Linus Torvalds entwickelten Systemkerns zu Linuxsystemen eine Reihe von Komponenten aus dem Quellcode von Unix genommen. Die Linux-Gemeinde widerspricht dieser Auffassung und fordert SCO auf, nähere Einzelheiten auf dem Tisch zu legen.

Im März dieses Jahres hat SCO eine erste Klage gegen IBM eingereicht. Der Marktführer der Computerhersteller hat sich in den vergangenen Jahren in einem besonderen Maße für den Einsatz von Linux als Anwendungssoftware stark gemacht. Mit der Lizenzvereinbarung zwischen SCO und Microsoft - eine Summe wurde bisher nicht genannt - bekommt die gesamte Angelegenheit ein neues Gewicht. So hat Microsoft einerseits Unix und Linux immer heftigst bekämpft. Dennoch hielt das mächtige Softwarehaus lange Jahre einen kleineren Aktienanteil an SCO. Das jüngste Vorgehen lässt vermuten, dass Microsoft durch die Lizenz SCO stärken will, weil damit Linux geschwächt werden kann.

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