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Stahlboom bleibt im Schlussquartal ungebrochen

Die Stahlpreise werden nach einer Studie im vierten Quartal weiter anziehen. Die Akzeptanz der jüngsten Preisanhebungen zeigten, dass die Preise im Schlussquartal weiter steigen werden, teilte das Marktforschungsinstitut Meps am Dienstag in London mit.

dpa-afx LONDON/TOKIO. Die Stahlpreise werden nach einer Studie im vierten Quartal weiter anziehen. Die Akzeptanz der jüngsten Preisanhebungen zeigten, dass die Preise im Schlussquartal weiter steigen werden, teilte das Marktforschungsinstitut Meps am Dienstag in London mit. Damit sei das befürchtete Abflauen des Stahlbooms ausgeblieben. Der japanische Stahlverband sieht einen globalen Stahlbedarf, der über der derzeitigen Kapazität der Produzenten liegt.

Die Stahlkocher haben in den vergangenen Quartalen ihre Preise bereits kräftig angehoben. Hintergrund sind die steigenden Rohstoffpreise und die hohe Nachfrage vor allem aus China. Zuletzt hatten einige Experten allerdings nur noch begrenzten Raum für weitere Preisanhebungen gesehen. So hat der Wachstumsmotor China mit seine Investitionspolitik in Bereiche wie Stahl, Metall, Immobilien und Bau begrenzt. In den vergangenen Tagen sind die Preise für Kupfer und Nickel gesunken, was Experten vor allem auf eine niedrigere Nachfrage aus China zurückführen.

Preisentwicklung

Der Vorsitzende des japanischen Stahlverbands Jisf, Akio Mimura, begrüßte die restriktivere Investitionspolitik in China. Dadurch werde das nachhaltige Wachstum unterstützt, sagte Mimura. Nach seinen Worten reicht die derzeitige Kapazität nicht aus, um den weltweiten Bedarf nach Stahlprodukten zu befriedigen. Weitere Preiserhöhungen sind also vorprogrammiert. Bis auf wenige Ausnahmen seien die jüngsten Verteuerungen vom Markt akzeptiert worden, meinten die Meps-Experten. Es sei also zu erwarten, dass die Konzerne in den kommenden Preisrunden weitere Anhebungen durchsetzen könnten.

Die Rohstoffkosten hätten die Unternehmen problemlos an ihre Kunden weitergeben können, hieß es. Die Gewinne der Stahlkonzerne würden daher weiter boomen. Die deutschen Produzenten Thyssen-Krupp und Salzgitter hatten zuletzt kräftige Gewinnzuwächse vermeldet.

Im laufenden Quartal will der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus Group seine Stahlprodukte um zehn Prozent verteuern. Der weltgrößte Stahlkocher, die in Luxemburg beheimatete Arcelor SA , will im kommenden Jahr seine Preise um mindestens 20 Prozent anziehen. An der Preisschraube drehen wollen auch Thyssen-Krupp und Salzgitter. Bislang sei aber noch keine Entscheidung gefallen, sagten Sprecher der beiden deutschen Gesellschaften.

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