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Stahlkonzerne drehen weiter an Preisschraube; Stahlaktien im Plus

Europas führende Stahlkonzerne wollen ungeachtet ihrer Rekordgewinne weiter an der Preisschraube drehen. Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor kündigte am Montag nach Vorlage der Quartalszahlen eine weitere Anhebung der Stahlpreise an.

dpa-afx FRANKFURT. Europas führende Stahlkonzerne wollen ungeachtet ihrer Rekordgewinne weiter an der Preisschraube drehen. Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor kündigte am Montag nach Vorlage der Quartalszahlen eine weitere Anhebung der Stahlpreise an. Die Nachfrage aus China sei ungebrochen, sagte Vorstandschef Guy Dolle. An der Börse verschafften die Arcelor-Zahlen und die guten Aussichten für die Branche den Stahlaktien ein ordentliches Kursplus. Risiken drohen den Stahlkonzernen allerdings wegen teurerer Rohstoffe sowie höherer Energiepreise.

Zudem wurden die Papiere der Stahlkocher in den vergangenen Monaten wiederholt von Befürchtungen belastet, die enorme Nachfrage aus China könnte zurückgehen. Als Grund wurde die von der Regierung verordnete Investitionsbegrenzung genannt. Nach Einschätzung von Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz ist der Aufschwung in Asien aber noch lange nicht vorbei. "Ich glaube, dass der Boom noch länger anhält, auch wenn das Stahlgeschäft immer großen zyklischen Schwankungen ausgesetzt wird", sagte Schulz dem "Spiegel" (Montagausgabe).

Hohe Rohstoffkosten

Auch Salzgitter geht von einer anhaltend hohen Stahlnachfrage aus, blickt aber vorsichtiger in die Zukunft. Die konjunkturelle Dynamik in China scheine ihren Höhepunkt überschritten zu haben, heißt es in dem Quartalsbericht. Vor allem die hohen Rohstoff- und Energiekosten bleiben zudem nach Ansicht des Konzerns ein Risikofaktor.

Die immer weiter steigenden Kosten für knappe Rohmaterialien, Energie und Transport belasten die Stahlkocher seit Monaten und zwingen sie zu weiteren Preiserhöhungen. Die Sorge wächst jedoch, dass die Kosten künftig nicht mehr uneingeschränkt an die Kunden weiter gegeben werden können. Für Anfang nächsten Jahres kündigte Salzgitter erneut eine Erhöhung der Preise an. Flachstahl soll zum 1. Januar 30 bis 40 Euro je Tonne teuerer werden. Der Konzern hat nach unerwartet guten dritten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht und rechnet nun mit einem Rekordergebnis vor Steuern von "mindestens 200 Mill. Euro".

Thyssen-Krupp

Wie sein Wettbewerber Salzgitter will auch Thyssen-Krupp die Preise weiter anheben. Je Tonne sollen die Tarife zum Jahreswechsel um 30 Euro klettern. In den vergangenen Quartalen hatten die Düsseldorfer wiederholt ihre Preise erhöht und damit für einen Rekordgewinn in ihrer Stahlsparte gesorgt. Thyssen-Krupp Steel rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einer Verdoppelung seines Vorsteuergewinns auf knapp 800 Mill. Euro.

Arcelor hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, bei den Neuverhandlungen der Langzeitverträge mindestens 20 Prozent auf die Stahlpreise aufschlagen zu wollen. Bei Vorlage der über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen kündigte der Branchenprimus nun eine neue Preisrunde an.

Rekorde gab es auch bei voestalpine . Im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 will der österreichische Stahlkonzern nach einem starken ersten Halbjahr "neue Rekordwerte erzielen". Es zeichne sich "das mit Abstand beste Ergebnis in der Geschichte des voestalpine-Konzerns ab", schrieb der Vorstand an seine Aktionäre. Für den Jahresbeginn 2005 rechnet die Konzernspitze wegen des anhaltend hohen Nachfrageniveaus mit weiteren Preiserhöhungen.

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