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Stahlproduktion 2004 auf Rekordniveau - 2005 Stagnation

Trotz einer erhöhten Stahlnachfrage wird sich die deutsche Stahlproduktion im kommenden Jahr nach Verbandsangaben "in etwa" auf der Höhe dieses Jahres bewegen.

dpa-afx DÜSSELDORF. Trotz einer erhöhten Stahlnachfrage wird sich die deutsche Stahlproduktion im kommenden Jahr nach Verbandsangaben "in etwa" auf der Höhe dieses Jahres bewegen. "Die Auslastung der Kapazitäten von 97 bis 98 Prozent lässt nicht viel Spielraum, die Produktion weiter zu steigern", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, am Donnerstag auf dem Verbandstreffen "Stahl 2004" in Düsseldorf.

Für 2004 rechnet der Verband mit der höchsten Rohstahlproduktion in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren. Sie werde um vier Prozent auf 46,5 Mill. Tonnen steigen, sagte Ameling. Bisher war der Verband von einem Plus von drei Prozent ausgegangen.

Treiber des Stahlbooms wird laut Ameling auch im kommenden Jahr China bleiben. Der Bedarf werde 2005 an die 300 Mill. Tonnen herankommen, das sei ein Plus gegenüber 2004 von zehn Prozent. "Ein Ende des chinesischen Stahlbooms ist nicht abzusehen." In diesem Jahr werde der Importüberschuss 20 Mill. Tonnen Walzstahl betragen. Im Oktober sei die Produktion in China ungeachtet der Dämpfungsbemühungen der Regierung um 25 Prozent gestiegen. Daneben dürfe man aber das Wachstum des Stahlbedarfs 2004 im Nafta-Raum (+11,5%) und in der erweiterten Europäischen Union (+3,8%) nicht übersehen. Im kommenden Jahr rechne er hier mit einem Anstieg des Bedarfs um 2,7 beziehungsweise 2,4 Prozent. Darüber hinaus stehe ein neuer Stahlgigant vor der Tür: "Indien sehe ich als schlafenden Riesen", betonte Ameling.

Hohe Rohstoffkosten

Gebremst werde der Stahlboom von den hohen Rohstoffkosten. Die Rohstoffpreise seien im vergangenen Jahr um 220 Prozent gestiegen. Der Stahlpreis kletterte im gleichen Zeitraum um 150 Prozent. "China kauft mit seinem Riesen-Stahl-Hunger die Weltrohstoffmärkte leer", sagte der Verbandspräsident. Der Verband rechne zwar innerhalb der kommenden zwei Jahre mit einer Entspannung auf den meisten Rohstoffmärkten. "2005 wird sich das Preisniveau aber sicher nicht reduzieren."

Diese Entwicklung werde in Zukunft die Stahlpreise entscheidend beeinflussen. "In der Wertschöpfung vom Rohstoff zum Fertigprodukt müssen weltweit die gestiegenen Preise getragen werden." Inzwischen sei es der Stahlindustrie in Deutschland gelungen, die Kostensteigerungen für Rohstoffe weitgehend zu kompensieren. In diesem Jahr hätten die Unternehmen ihre Ergebnisse deutlich verbessern können. "Die Stahlkonzerne haben ihre Renditeziele weitgehend erreicht", sagte Ameling.

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