Stahlsparte verlässt Verlustzone – Aktienkurs klettert kräftig
Thyssen-Krupp überrascht positiv

Im Mai hatte Thyssen-Krupp die Prognose für das Geschäftsjahr noch zurückgenommen. Nun hat der Konzern die Erwartungen mit seinem Quartalsergebnis deutlich übertroffen. Alle Arbeitsbereiche schreiben schwarze Zahlen. Die positive Entwicklung wird sich nach den Worten des Vorstands fortsetzen.

gil DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Stahl- und Maschinenbaukonzern Thyssen-Krupp AG hat den Tiefpunkt überwunden und rechnet mit einer positiven Entwicklung. Dies liegt vor allem an der besseren Stahlkonjunktur. "Die Nachfrage nach Stahl hat sich erholt", schreibt der drittgrößte Stahlhersteller Europas im Zwischenbericht für sein drittes Quartal des Geschäftsjahres 2001/02, also die Monate April bis Juni. Bereits vollzogene und angekündigte Preiserhöhungen und eine stärkere Nachfrage sollen helfen, Ergebnis und Umsatz in diesem wichtigsten Konzernbereich weiter voran zu bringen. Die Importschutzzölle der USA haben Thyssen-Krupp bisher wenig getroffen. Der Konzern hat Ausnahmegenehmigungen für seine gesamten Lieferungen in die USA beantragt und sieht bereits einzelne Teilerfolge. Gestern wurden 82 000 Tonnen Feinbleche für die amerikanische Autoindustrie von den Schutzzöllen frei gestellt.

Zwar rechnet Thyssen-Krupp wegen der schwächeren Sommermonate für das vierte Quartal mit einem geringeren Umsatz als im dritten und erwartet insgesamt im Geschäftsjahr einen um 5 % niedrigeren Umsatz als im Vorjahr, beim Ergebnis rechnet der Konzern aber mit einer weiteren Verbesserung. Insgesamt erwartet Thyssen-Krupp ein Ergebnis vor Steuern von 400 Mill. Euro. Im Vorjahr war ein Ergebnis von 500 Mill. Euro erreicht worden. Außerdem wird im vierten Quartal der Gewinns aus dem Verkauf der indirekten Beteiligung an der Ruhrgas AG von 191 Mill. Euro verbucht.

Mit dem Ergebnis des dritten Quartals hat Thyssen-Krupp die Erwartungen deutlich übertroffen. Der Umsatz lag mit 9,6 Mrd. Euro zwar auf dem Niveau des Vorjahres und das Ebitda mit 800 Mill. Euro um 20 % unter dem Vorjahreswert, doch der Ertrag war deutlich höher als die Prognosen der Experten. Bereinigt um Sondereffekte lag das Ergebnis im dritten Quartal mit 270 Mill. Euro um 168 Mill. Euro über dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Automobilbereich wird aber durch Restrukturierungsaufwendungen in den USA in Höhe von 100 Mill. Euro belastet.

Analysten hatten eine wesentlich schwächere Erholung erwartet, denn noch im Mai hatte der Konzern seine Gewinnprognose deutlich zurück genommen und im ersten Halbjahr im Stahlgeschäft rote Zahlen geschrieben. Jetzt schreiben alle Konzernbereiche schwarze Zahlen, und der Stahlbereich erwirtschaftete im dritten Quartal einen Gewinn von 121 Mill. Euro.

Die Börse quittierte die Zahlen mit einem kräftigen Kurssprung für die Thyssen-Aktie. Das Papier stieg bis auf ein Plus von 7,5 % und gehörte damit zu den Tagesgewinnern. Später bröckelte der Kurs aber leicht ab. Analysten wie Susanne Schwartze von MM Warburg honorierten die Zahlen und stuften die Aktie von Halten auf Kaufen hoch. Sie sieht bei Thyssen-Krupp die Talsohle durchschritten und das Risiko weiterer Enttäuschungen verringert. Auch erwartet sie von dem neu besetzten Vorstand, dass der Konzernumbau nun gezielter angegangenen wird. Das Bankhaus Merk Fink überlegt, die Bewertung der Thyssen-Aktie anzuheben. Die Aussichten seien sehr gut, hieß es.

Quelle: Handelsblatt

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