Stahltochter kann Preise anheben
Stahlboom beflügelt Thyssen-Krupp

Das boomende Stahlgeschäft hat dem Mischkonzern Thyssen-Krupp geholfen, seinen Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002/03 trotz einer insgesamt schwachen Konjunktur deutlich zu verbessern.

Reuters DÜSSELDORF. Die Stahlsparte steuerte mit 154 Mill. ? den größten Ergebnisbeitrag zum Konzerngewinn vor Steuern von 250 (Vorjahr: 96) Mill. ? bei, teilte Thyssen-Krupp am Donnerstag in seinem Zwischenbericht mit. Noch vor einem Jahr hatte das traditionelle Stahlgeschäft mit 39 Mill. ? in den roten Zahlen gestanden.

Außerhalb des Stahls habe die trübe Verfassung der Weltkonjunktur Thyssen-Krupp in seinen Geschäften beeinträchtigt, hieß es weiter. Dies spiegele sich in einem um ein Prozent rückläufigen Auftragseingang auf 9,1 Mrd. ? wider. Der Konzernumsatz fiel mit 9,2 Mrd. ? um zwei Prozent höher aus. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten lagen Ende März 2003 mit 4,9 Mrd. ? um 2,4 Mrd. ? unter dem Wert vom 31. März des Vorjahres.

Für das bis Ende September laufende zweite Halbjahr erwartet Thyssen-Krupp den Angaben zufolge ein Ergebnis vor Steuern, das mindestens dem des ersten Halbjahres von 391 Mill. ? entspricht.Dies würde Thyssen-Krupp dem erklärten Ziel einen wesentlichen Schritt näher bringen, im nächsten Geschäftsjahr ein Vorsteuerergebnis von 1,5 Mrd. ? zu erreichen. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zumindest nicht weiter verschlechterten.

Von Reuters beauftragte Analysten hatten das Quartalsergebnis im Durchschnitt auf 209 Mill. ? veranschlagt. Für das erste Halbjahr hatten sie einen Vorsteuergewinn von 344 Mill. ? erwartet.

Die Börse reagierte auf den Gewinnausweis mit steigenden Kursen. Kurz nach Handelsbeginn wurden die Aktien des DAX-Unternehmens in einem insgesamt knapp behaupteten Markt bei 9,46 ? fast drei Prozent höher gehandelt. Analysten zeigten sich nicht überrascht von den Zahlen. Es sei absehbar gewesen, dass nahezu das gesamte Ergebnisplus aus der Stahlsparte gekommen sei, sagte Fabrice Thevenau von Societe Generale in Paris. Den Ausblick auf das zweite Halbjahr bezeichnete er als enttäuschend. Offenbar rechne man bei Thyssen-Krupp damit, dass man bei den Preiserhöhungen im Stahl am Ende angekommen sei.

Im Stahlgeschäft profitierte Thyssen-Krupp den Angaben zufolge von einer höheren Nachfrage und höheren Durchschnittserlösen. Seit April vorigen Jahres konnte die Tochtergesellschaft Thyssen-Krupp Steel den Angaben eines Sprechers zufolge in vier Schritten die Preise der gesamten Produktpalette anheben. Das wichtigste Produkt Warmbreitband habe sich in diesem Zeitraum um rund 100 ? je Tonne verteuert. Auch mit der wichtigsten Kundengruppe, den Automobilherstellern, wurden Jahreslieferverträge zu durchweg höheren Preisen abgeschlossen. Nach einer konjunkturellen Schwächephase hat sich der Gewinn der Stahlsparte seit dem dritten Quartal des vorigen Geschäftsjahres kontinuierlich verbessert.

In der Sparte Autozulieferung habe sich Thyssen-Krupp angesichts eines weltweit abgeschwächten Fahrzeugmarktes gut behauptet, hieß es. Der Gewinn ging aber im zweiten Quartal auf 47 (66) Mill. ? zurück. Dagegen erzielte der Mischkonzern in seinen Sparten Aufzüge und Technologies (Maschinen- und Anlagenbau) Gewinnzuwächse.

Für das erste Halbjahr 2002/03 weist Thyssen-Krupp einen Gewinn vor Steuern von 391 (124) Mill. ? aus. Der Umsatz lag mit 17,9 Mrd. ? um drei Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang lag mit 18,2 Mrd. ? auf Vorjahresniveau.

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