Stamm: Es kommt zu wenig nach
Deutsche Wasserballer sind wieder wer

Es heißt schlicht "Projekt Stamm". Und es ist auf dem Erfolgsweg, weil sich ein Mann darum kümmert, der für das deutsche Wasserball so elementar ist wie Franz Beckenbauer für den deutschen Fußball. Nach Jahren des Rückschritts hat Hagen Stamm eine Randsportart international hoffähig gemacht.

HB ATHEN. Trotz des 5:12 im olympischen Viertelfinale gegen Russland haben Deutschlands Wasserballer Platz sechs sicher: Sie sind wieder wer.

"Das ist für uns ein Riesenerfolg und bleibt es auch." Punkt. Bundestrainer Stamm ordnete gute Laune an, obwohl seine Mannschaft gegen die Russen speziell beim 0:5 im dritten Viertel völlig einbrach und nun am Sonntag (15.00 Uhr) gegen Spanien um Platz fünf spielt. "Wir sind unter den sechs Besten der Welt, wir haben ein tolles Team. Und das ist das Wichtigste", bilanzierte der Spandauer Center Thomas Schertwitis nach Minuten schlechter Stimmung wegen der vergebenen Chance nur noch Positives.

"So hatten wir im Halbfinale nichts verloren, wir waren völlig von der Rolle." Aber auch Team-Kapitän Patrick Weissinger will "nur positiv in die Zukunft schauen. Die Mannschaft hat die Perspektive und das Potenzial, sich in der Weltspitze festzusetzen." Für die WM 2005 in Montreal und den nächsten Weltcup ist der zweimalige Europameister automatisch qualifiziert, "da werden wir uns jetzt erstmal das eine oder andere Bier gönnen", kündigte Weissinger offensive Frustbewältigung an.

Mit Ausnahme von Weissinger und Schertwitis (beide 31) bleibt die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nach Stamms Ankündigung zumindest bis Peking 2008 in der Besetzung von Athen erhalten. In Griechenland war das Team "noch zu grün" (Stamm). In vier Jahren soll es reif sein. Doch es gibt auch Probleme, die Stamm, in den 80er Jahren einer der besten Angreifer der Welt, lösen will. Vier Jahre hat er Zeit, sein neuer Vertrag läuft bis Olympia 2008.

"Uns fehlen 100 000 bis 150 000 ?, und im Nachwuchsbereich kommt zu wenig nach", sagt der Bundestrainer. Das Stamm-Team mit dem Block von sieben Spandauern "brät im eigenen Saft". Beim deutschen Rekordmeister ist der selbständige Rad-Unternehmer Stamm seit 1995 Präsident und hat dort halbwegs professionelle Umstände geschaffen. Ein Etat von etwa 500 000 ? pro Jahr würde das auch auf nationaler Ebene ermöglichen, meint der 318-malige Nationalspieler.

Stamm hofft auf eine Höhergruppierung in der öffentlichen Förderung und auf Sponsorengelder: "Die Jungs sind hübsch und nett und können auch einen geraden Satz sprechen" - doch Stamm weiß, dass diese Eigenschaften allein nichts Bares bringen. Nur Siege helfen.

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