Stammzellen-Forschung
Von Klonen und Embryonen

Verlage bieten verständliches Basiswissen an.

Als Woo Suk-hwang und Shin Yong-moon im Februar vor die Presse traten, war die Welt schockiert. Die beiden südkoreanischen Wissenschaftler von der HangyangUniversitätsklinik in Seoul erklärten, menschliche Embryonen geklont und aus ihnen Stammzellen gewonnen zu haben. Acht Jahre nach der Geburt des Versuchs-Schafs Dolly war die Vision vom geklonten Menschen plötzlich greifbar nahe.

Politiker in Deutschland überboten sich sofort mit Warnungen, gemeinsam weltweit gegen das so genannte therapeutische Klonen vorzugehen, ganz zu schweigen vom reproduktiven Klonen. Beides ist in Deutschland verboten. Doch das Tabu war gebrochen, die Diskussion über die Stammzell-Forschung flammte auf wie jedesmal, wenn echte medizinische Fortschritte oder Scharlatanerien gemeldet werden. Mit der Diskussion kamen medizinische Halbwahrheiten und Vorurteile, basierend auf mangelndem Fachwissen.

1998 wurden zum ersten Mal menschliche embryonale Stammzellen isoliert und kultiviert, seitdem hat die Forschung Riesenfortschritte gemacht. Zu schnell für Laien, die das Wort "Klonen" aufschreckt. Der Angst vor den Folgen neuer medizinischer Techniken steht der Wunsch gegenüber, bisher unheilbare Krankheiten wir Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose schon bald in den Griff zu bekommen. Diskutiert wird die Frage, ob Embryonen ein auf Menschenwürde gründendes Lebensrecht haben oder zu Forschungszwecken getötet werden dürfen.

Die deutschen Buchverlage haben diese Wissenslücke entdeckt. Allein in diesem Jahr sind vier Bücher erschienen, die Aufklärung und Informationen versprechen und zur Versachlichung der Diskussion beitragen wollen. In einer leicht lesbaren, klaren Sprache beschreibt die Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard in zwei Büchern das Werden des Menschen von der Zeugung über die Zellteilung bis zur Frage der Reproduzierbarkeit von kranken Organen durch Stammzellen. Sie beginnt mit Abstammung und Vererbung, zitiert Aristoteles, erklärt Darwin und Mendel, schreibt über DNA und Genome und widmet sich durchaus kritisch der Stammzell-Forschung und ihren ethischen, moralischen und juristischen Grenzen.

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