Stand der Verhandlungen unklar
Eon übernimmt Mehrheit an Ruhrgas

Der Energiekonzern Eon AG wird nach eigenen Angaben die Mehrheit an Deutschlands größtem Gasgroßhändler Ruhrgas AG erwerben und hat dies bereits beim Bundeskartellamt zur Genehmigung angemeldet.

Reuters DÜSSELDORF. Nach der Einigung mit Vodafone Ende Oktober habe man auch bei Thyssen-Krupp und RWE Einvernehmen über den Erwerb von deren jeweiligen Anteilen an der Bergemann GmbH hergestellt, die 34,8 % an Ruhrgas hält, teilte Eon am Mittwoch mit. Zum Erwerb der Ruhrgas-Mehrheit benötigt Eon aber die Bergemann-Anteile der RAG, die etwa 52 % hält. Hierüber würden derzeit Verhandlungen geführt, teilte Eon mit. Bei einem Abschluss würde Eon durchgerechnet in den Besitz von insgesamt rund 60 % der Ruhrgas-Anteile kommen und seine Gassparte signifikant ausbauen.

Über den Stand der Verhandlungen mit der RAG machte Eon keine Angaben. Noch Ende Oktober hatte ein RAG-Sprecher erklärt, es gebe derzeit keine Verhandlungen über Ruhrgas.

Im Sommer hatte Eon von der Deutschen BP im Tausch gegen sein Ölgeschäft deren Tochter Gelsenberg erworben. Gelsenberg hält über seine langjährige Beteiligungn an Bergemann 25,5 % an der Ruhrgas. Ende Oktober einigte sich der Energiekonzern mit Vodafone über die Übernahme von 23,6 % an der Bergemann GmbH. Damit verfügte Eon über insgesamt 37,4 % an Ruhrgas. Thyssen-Krupp hält durchgerechnet etwa 4 % an Ruhrgas, RWE 3,5 %. Derzeit größter Anteilseigner ist die RAG mit gut 18 %.

Im Gasbereich ist Eon mit seinen Töchtern Thüga, Contigas und Hein Gas vornehmlich im Endkundegeschäft aktiv. Erklärtes Ziel ist aber auch hier ein integriertes Geschäftsmodell nach dem Vorbild Strom. Da sich Eon mit Ruhrgas deshalb um einen Importeur und Großhändler erweitern will, sehen viele Branchenkenner auch keine Probleme beim Kartellamt auf Eon zukommen. Beim Bundeskartellamt wurde aber bereits in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass es durch vertikale Zusammenschlüsse ebenfalls zu unerwünschten "Verstärkungswirkungen" kommen könne. Die Behörde prüft bereits seit dem Sommer den Eon-Kauf der Ruhrgas-Anteile von BP.

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