Standard & Poor’s überprüft Rating
Analysten stufen Münchener Rück herab

Die Aktie des Börsenschwergewichts Münchener Rück hat ihre Talfahrt fortgesetzt: Das Papier rutschte um zwischenzeitlich rund fünf Prozent weiter auf unter 220 Euro ab. Gleichzeitig gingen fast alle europäischen Versicherungstitel in den Keller. Der Dow-Jones-Assekuranz-Index hat seit April bereits ein Drittel an Wert verloren.

HB/cbu MÜNCHEN. Die Münchener Rück hatte am Mittwoch die Märkte mit schlechten Nachrichten überrascht: Die Reserven der angeschlagenen US-Tochter American Re müssen mit 2 Milliarden Euro gestärkt werden. Für den Terroranschlag auf das World Trade Center werden erneut 500 Millionen Euro zurück gestellt. Die Analysten von Merrill Lynch sind jetzt enttäuscht vom einstigen Börsenliebling. Gestern stuften sie Münchener-Rück wie auch Swiss Re auf "Verkaufen" zurück.

Zur Begründung hieß es, die Aktie sei überbewertet, die Gewinnschätzung wurde um 20 % reduziert. Zudem seien möglicherweise weitere schlechte Nachrichten zu erwarten. Auch die anstehende Bundestagswahl mache die Investoren nervös, schreiben die Merrill-Lynch-Experten. Gewinne Union-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber, würden Erträge aus Beteiligungsverkäufen wahrscheinlich wieder besteuert. Das würde sich dann auch negativ auf die Gewinnschätzungen auswirken.

Auch die Ratingagentur Standard & Poors reagierte gestern. Das Triple A-Rating des weltgrößtes Rückversicherers werde überprüft, hieß es, und möglicherweise nach unten gestuft. Begründet wird das mit den erheblichen Problemen bei American Re. Das hätte für die Münchener Rück negative Auswirkungen.

Insgesamt sind die Versicherer von zwei Seiten unter Druck. Auf der einen Seite belastet die schlechte Stimmung an den Kapitalmärkten, die Reserven der Konzerne schmelzen dahin. Auf der anderen Seite machen sich die Analysten Sorgen, dass die Schadenschätzung für das World-Trade-Center weiter nach oben gesetzt werden müssen. Die Unsicherheit ist groß.

Quelle: Handelsblatt

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