Standard & Poor’s veröffentlicht Studie
Größe ist keine Einschränkung für Rating von Unternehmen

Ein hervorragendes Rating ist auch für kleine und mittlere Firmen durchaus erreichbar. Mit dieser Aussage wollen Analysten der Rating-Agentur Standard & Poor?s (S&P) der oft im Markt zu hörenden Einschätzung, nur Großunternehmen könnten in die besten Bonitätskategorien gelangen, entgegensteuern.

fmo/nw/po FRANKFURT/M. "Größe ist nicht der entscheidende Faktor für ein hohes oder niedriges Rating", sagt Maria Bissinger, Bereichsleiterin Unternehmensratings bei S&P in Frankfurt. Auch für die Rating-Agentur Moody?s sei Größe keine Voraussetzung für eine hohe Bonitätseinstufung, sagt Jürgen Berblinger, Geschäftsführer von Moody?s Deutschland. Er nennt als Beispiel das mittelständische Technologieunternehmen Voith AG, das Moody?s mit Baa1 bewertet hat.

Für Unternehmen sind diese Aussagen wichtig, denn nach den neuen Eigenkapitalrichtlinien für Banken (Basel II) wird die Bonitätseinstufung durch eine externe Rating-Agentur oder ein internes Rating der Bank zur Basis für die Kreditvergabe. Zurzeit verfeinern die Banken daher ihre Rating-Systeme. "Aus Anfragen der Kreditinstitute schließen wir, dass sich ihre Ratingsysteme unserer Bewertung zunehmend annähern", so Bissinger.

In ihrer aktuellen Studie (Informationen unter www.standardandpoors.de) untersuchen die S&P-Analysten den Zusammenhang von Unternehmensgröße und Rating. Zwar ist Größe an sich kein Kriterium. Doch: Kleinere Unternehmen seien erfahrungsgemäß einem höheren Risiko ausgesetzt, da ihre Größe mögliche Schwächen gegenüber Wettbewerbern verschärfen könne, räumen die S&P-Analysten ein. Ausschlaggebend für das Rating seien in erster Linie das Branchenumfeld, die Wettbewerbsposition, finanzielle Flexibilität sowie die geografische und operative Diversifizierung. "Negative Auswirkungen auf die Kreditqualität könne eine hohe Abhängigkeit von nur einer Produktionsanlage oder nur einem Absatzmarkt oder einer relativ begrenzten Kundenzahl haben", sagte Analyst Martin Amann.

Nicht immer sei ein hohes Rating ideal für das Unternehmen. "Es schränkt die finanzielle Flexibilität stark ein und die erforderliche hohe Eigenkapitalquote erhöht die Kapitalkosten", erläutert Bissinger. Vor fünf Jahren hätten nahezu alle Unternehmer ein "AAA"-Rating angestrebt. Heute urteilten viele differenzierter, beobachtet Berblinger.

Eine Verschlechterung der Kreditqualität europäischer Unternehmen erwartet Berblinger für das zweite Halbjahr. Besonders betroffen seien Telekom-Zulieferer. Auch S&P sieht vor allem die Telekom-Branche kritisch.

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