Standort Mainz
IBM-Betriebsrat: 1000 Jobs in Deutschland gefährdet

Die Restrukturierung von IBM wird sich nach Einschätzung des Chief Financial Officers (CFO) John Joyce in der zweiten Jahreshälfte und im kommenden Jahr positiv bemerkbar machen. In diesen Zeitraum dürften auch die angekündigten Entlassungen fallen, sagte Joyce am Mittwoch in einer Analystenkonferenz.

vwd NEW YORK. Die Neuorganisation werde die Wettbewerbsfähigkeit und die finanzielle Lage des Technologiekonzerns verbessern, sobald der Aufschwung an Fahrt gewinne. Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte der CFO nicht abgeben, dies erfordere "eine zu große Präzision".

Gleichzeitig teilten IBM-Vertreter mit, dass Kostensenkungen und Verkäufe von Vermögenswerten zu Aufwendungen von 2 bis 2,5 Milliarden Dollar führen könnten. Diese fielen überwiegend in das laufende Quartal und könnten dazu führen, dass IBM zum erstenmal seit acht Jahren einen Quartalsverlust ausweisen werde.

J.P. Stevens, Analyst bei Buckingham Research, verwies darauf, dass nach US-GAAP zwar ein Verlust möglich sei. Dieser resultiere jedoch nicht aus dem operativen Geschäft. Analysten hatten zuvor einen Nettogewinn im zweiten Quartal von etwa 1,5 Milliarden Dollar bzw pro Aktie von 0,87 Dollar erwartet.

Auswirkungen auf Deutschland

Die Restrukturierung bleibt nicht ohne Auswirkungen auf deutsche Standorte. Eine Sprecherin der IBM Deutschland GmbH sagte allerdings, konzernweit komme es in Deutschland weder zu Personalabbau noch zu Entlassungen. Personelle Überkapazitäten in bestimmten Bereichen sollten "durch konzerninternen Personaltransfer" ausgeglichen werden.

Weniger optimistisch äußerte sich Klaus Trautmann, Betriebsratsvorsitzender der IBM Deutschland Speichersysteme GmbH in Mainz, nachdem die im April angekündigte Zusammenlegung der Festplatten-Aktivitäten von IBM und der Hitachi offiziell mitgeteilt geworden war. In zwei bis drei Jahren werde Mainz kein Produktionsstandort von IBM mehr sein, sagte Trautmann nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er rechne mit dem Abbau von mittelfristig bis zu 1000 Arbeitsplätzen. Auch die befristeten Verträge von weiteren 1000 Mitarbeitern und Werkstudenten würden nicht verlängert.

Geschäftsführer Walter Meizer hält es dem Bericht zufolge dagegen nicht für ausgeschlossen, dass andere Unternehmen Interesse an den aufwendigen Produktionsanlagen mit ihren Reinräumen haben könnten. Das Mainzer Werk soll nicht in das Hitachi-Joint-Venture übernommen werden, von dem vermutlich vom nächsten Jahr an die anderen IBM-Produktionsstandorte für Festplatten gehören, heißt es weiter. Es werde bei der IBM Deutschland GmbH bleiben, die Produktion von Speicherköpfen werde noch in diesem Jahr auslaufen.

Bei der Plattenfertigung sei es gelungen, einen Liefervertrag mit dem neuen Hitachi-Unternehmen auszuhandeln, das bis Ende 2003 diese Teile abnehmen will. Wie es danach weiter gehe, sei vorerst ungewiss, so Meizer.

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