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Stanislav Gross neuer tschechischer Ministerpräsident

Prag (dpa) - Einen Monat nach dem Rücktritt der sozial-liberalen Regierung in Tschechien ist der bisherige Innenminister Stanislav Gross (34) am Montag zum neuen Ministerpräsidenten ernannt worden.

Prag (dpa) - Einen Monat nach dem Rücktritt der sozial-liberalen Regierung in Tschechien ist der bisherige Innenminister Stanislav Gross (34) am Montag zum neuen Ministerpräsidenten ernannt worden.

Der Sozialdemokrat (Cssd) hat nun 30 Tage Zeit, die von ihm angestrebte Neuauflage der Koalition aus Cssd, Liberalen (US-DEU) und Christdemokraten (KDU-CSL) zusammenzustellen und vom Parlament bestätigen zu lassen. Sein Vorgänger Vladimir Spidla (Cssd) war Ende Juni nach verlorener Europa-Wahl zurückgetreten.

Gross, der auch Vorsitzender der Cssd ist, ist der jüngste Ministerpräsident in der Geschichte des Landes. Unmittelbar vor seiner Ernennung hatte er Präsident Vaclav Klaus die Unterschriften jener 101 der im Parlament insgesamt vertretenen 200 Abgeordneten gezeigt, auf die sich die angestrebte Koalition stützen könnte. Mit der gleichen hauchdünnen Mehrheit hatte bereits Spidla regieren müssen. Der 53-Jährige wird vermutlich als tschechischer EU-Kommissar nach Brüssel wechseln.

Experten zeigten sich am Montag skeptisch, ob das von Gross geplante Bündnis bis zu regulären Parlamentswahlen im Jahr 2006 halten würde. Außenpolitisch gilt Gross als noch sehr unerfahren. Innenpolitisch will er den Reformkurs der zerbrochenen Koalition fortsetzen, dabei aber mehr als Spidla auf «Sozialverträglichkeit» achten. Für sein künftiges Kabinett wolle er «mehr Frauen und weniger parteipolitisch gebundene Politiker» nominieren, sagte er am Montag.

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