Stark in allen Geschäftsbereichen
Microsoft übertrifft Prognosen

Kräftige Umsätze mit seinem Betriebssystem Windows 2000 haben dem US-Softwarekonzern Microsoft im dritten Quartal 2000/2001 einen über den Analystenschätzungen liegenden Gewinnanstieg beschert.

rtr SEATTLE. Microsoft teilte am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Seattle mit, der Gewinn sei auf 2,45 Mrd. Dollar oder 44 Cents je Aktie gestiegen, verglichen mit 2,39 Mrd. Dollar oder 43 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Wall Street Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 42 Cents gerechnet. Die Schätzungen lagen zwischen 40 und 43 Cents. Analysten reagierten positiv auf die Geschäftszahlen. Die Aktie verbuchte außerbörslich Kursgewinne.

Für das vierte Quartal erwartet Microsoft nun nach eigenen Angaben einen Gewinn je Aktie von 41 oder 42 Cents. Die Prognose schließe Einmalkosten je Aktie von einem Cents im Zusammenhang mit der Übernahme des Herstellers von Unternehmenssoftware Great Plains ein, hieß es. Beim Umsatz gehe Microsoft für das Schlussquartal von 6,3 bis 6,5 Mrd. Dollar aus.

Guter Absatz für Windows 2000

"Die Ergebnisse waren über alle Geschäftsbereiche hinweg stark und sind etwas besser ausgefallen als wir erwartet hatten", erklärte Microsoft-Finanzchef John Connors laut einer Unternehmensmitteilung. Vor allem der Absatz der Windows-2000-Software habe die Ergebnisse angekurbelt, sagte Connors im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen. Die Konzernumsätze legten laut Microsoft auf 6,46 Mrd. Dollar zu, verglichen mit 5,66 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch der Quartalsumsatz des in Redmond im US-Bundesstaat Washington ansässigen Konzerns übertraf die Prognosen der Branchenexperten, die im Schnitt mit lediglich 6,1 Mrd. Dollar gerechnet hatten.

Im Geschäft mit Desktop-Plattformen einschließlich des Windows-Betriebssystems seien die Umsätze um 16,3 % auf 2,05 Mrd. Dollar gestiegen, hieß es weiter. Das Geschäft mit Anwendungssoftware, zu der auch das Office-Software-Paket gehört, verbuchte nach Unternehmensangaben ein Umsatzplus von 6,6 % auf 2,41 Mrd. Dollar. Connors wies darauf hin, Microsoft habe mehr langfristige Lizenzen für die Office-Software vergeben. Bei Geschäftssoftware hätten ferner die Erlöse um 22 % auf 1,25 Mrd. Dollar im Quartal zugelegt.

Microsoft senkte indes seine Prognose für den weltweiten PC-Absatz im laufenden Jahr und rechnet nunmehr mit einem Absatz-Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Im Januar war der Softwarekonzern noch von einem Wachstum von bestenfalls zehn Prozent ausgegangen. Es gebe aber Anzeichen dafür, dass der Markt sich stabilisiere, sagte Connors. Die Geschäftsentwicklung bei Microsoft ist stark an die Situation auf dem PC-Markt gekoppelt, da etwa das Windows-Betriebssystem und auch andere Microsoft-Software zusammen mit Computer-Geräten verkauft werden.

"Trotz schwieriger Marktbedingungen geht es Microsoft weiterhin sehr gut", sagte Brendan Barnicle, Analyst bei der Pacific Crest zu den Zahlen. Dies zeige bereits die erste Reaktion der Aktie. Der Titel werde weiter gut laufen. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse stiegen Microsoft zeitweilig außerbörslich fast vier Prozent auf 70,75 Dollar. Vor Bekanntgabe der Drittquartalszahlen war die Aktie an der Wall Street noch mit einem Plus von vier Prozent auf 68,02 Dollar aus dem Handel gegangen.

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