Stark unter Druck
Nemax auf niedrigstem Stand seit sechs Wochen

Die Aktien am Neuen Markt haben am Freitag den dritten Tag in Folge Verluste verbucht und sind auf den niedrigsten Stand seit sechs Wochen gefallen.

dpa-afx FRANKFURT. Belastet von den negativen Vorgaben der US-Leitbörse für Technologiewerte Nasdaq kam der Nemax 50 am Vormittag stark unter Druck. Wegen positiv aufgenommenener US-Konjunkturdaten sowie einer freundlichen Eröffnung der Wall Street habe sich der Neue Markt am Nachmittag aber wieder erholt, sagten Händler.

Bis Handelsschluss verlor der Index der größten und meistgehandelten Werte am Neuen Markt, der Nemax 50, 2,02 % auf 1 139,50 Punkte. Das Tagestief lag rund zehn Punkte tiefer. Auf Grund der hohen Kursgewinne am Montag verbuchte der Nemax 50 lediglich einen Wochenverlust von 1,4 %. Im Vergleich zu seinen Tiefstand Mitte September liegt der Index 78 % im Plus. Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax All Share sank am Freitag um 0,78 % auf 1 093,12 Zähler.

Der dreifache Verfallstag an der Termin-Börse Eurex, der so genannte "Hexensabbat", führte nach Aussage von Händlern lediglich im Mittagshandel und in der Schlussauktion am Abend zu größeren Kursschwankungen bei einigen Aktien. So genannte Depot-Bereinigungen hätten den Markt eher bewegt. Offenbar verkauften Anleger vor den Weihnachts-Feiertagen und dem Jahresende noch einige Verlustbringer.

Die einzig bedeutsame Nachricht des Tages war nach Einschätzung von Börsianern der Insolvenzantrag des Systemhauses m + s Elektronik AG. Der Aktienkurs brach daraufhin um 50 Prozent auf 0,34 Euro ein. Es ist die 16. Firmen-Pleite am Neuen Markt in diesem Jahr.

Die Umschichtungen im Nemax 50 führte bei den Absteigern zu Kurseinbußen. Biodata verloren 25,71 Prozent auf 26 Cent, Constantin Film 14,57 Prozent auf 3,87 Euro, und Fantastic Corp. brachen um 57,14 Prozent auf 15 Cent ein. Für die drei Werte war die heutige Freitags-Sitzung der letzte Handelstag im Nemax 50.

Die Aufsteiger verbuchten hingegen Kursgewinne: Dialog Semiconductor legten 28,68 Prozent auf 8,30 Euro, Rhein Biotech auf 8,71 Prozent auf 74,25 Euro und Plambeck Neue Energien stiegen um 20,18 Prozent auf 26,50 Euro. Mit Wirkung zum 27. Dezember werden diese Unternehmen in den Nemax 50 aufrücken.

Im Mediensektor gehörten Helkon und EM.TV zu den stärksten Verlierern. Nach sechs Tagen mit Kursverlusten in Folge ist die Aktie von EM.TV nach Händlereinschätzung "auf dem Weg zum Penny Stock". Den neuerlichen Kursverlust von 7,87 Prozent auf 1,17 Euro begründeten Börsianer mit "Bereinigungen in den Depots der Privatanleger".

Einen Tag nach der Veröffentlichung eines enttäuschenden Jahresergebnisses büßten die Aktien der Helkon Media AG 10,65 Prozent auf 2,60 Euro ein. "Die Zahlen am Vortag waren wirklich enttäuschend. Die Aktie ist wegen des positiven Ausblicks aber sogar gestiegen, und gerade das wurde heute korrigiert", sagte ein Händler in Frankfurt.

Die Aktien des Nemax All Share gelisteten Anbieters von IT-Sicherheitslösungen Utimaco Safeware stiegen um 13,16 Prozent auf 2,15 Euro, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, mit einem Finanzierungsparket seine Liquidität gesichert zu haben. Teil des Paketes sei eine Barkapitalerhöhung, mit der 1,3 Millionen Euro eingenommen worden seien. Die Utimaco-Aktien waren am Abend auf Grund der Meldung zeitweise vom Handel ausgesetzt.

Ebenfalls positive Nachrichten meldte der Anbieter von Telefonen und Anrufbeantwortern Tiptel. Der Insolvenzverwalter der Hagenuk GmbH verzichte auf den Verlustausgleich sowie alle weiteren Ansprüche gegenüber der der Tiptel AG. Das Unternehmen verbuche wegen des Forderungsverzichts des Insolvenzverwalters einen außerordentlichen Ertrag im Konzern in Höhe von etwa 30 Millionen DM, hieß es. Die Aktien wurden gegen 19.00 Uhr vom Handel ausgesetzt. Zuvor lagen sie mit 5 Prozent bei 0,95 Euro im Minus.

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