Starke Expansion möglich
SGL: Gewinnplus 2001 höher als Umsatzplus

Reuters WIESBADEN. Der Graphit- Hersteller SGL Carbon erwartet für das laufende Jahr bei einer deutlichen Umsatzsteigerung einen überproportionalen Gewinnzuwachs. "Der Umsatz wird 2001 wahrscheinlich um fünf bis zehn Prozent zulegen, und das Betriebsergebnis sollte wesentlich stärker steigen", sagte Vorstandschef Robert Koehler am Freitag. 2000 seien die Konzern-Erlöse wahrscheinlich um über 20 % auf 2,4 bis 2,5 Mrd. DM gestiegen, bedingt zum Teil durch den Zukauf der Keramchemie GmbH. Mittelfristig hält Koehler eine starke Expansion durch Fusionen oder Gemeinschaftsunternehmen unter SGL-Führung für möglich. Denkbar sei auch ein teilweiser oder vollständiger Börsengang des Bereichs Fasern und Composites (FC), der unter anderem Brennstoffzellen und Keramik-Bremsscheiben umfasst.

1999 hatte die im MDax notierte SGL Carbon bei 1,92 Mrd. DM Umsatz ein Betriebsergebnis von 192 Mill. DM erwirtschaftet. In den drei etablierten Geschäftsfeldern Carbon und Graphit (CG), Spezialgraphit (SG) und Korrosionsschutz (CP) zusammengenommen dürfte das Betriebsergebnis 2000 wie früher prognostiziert um zehn bis 20 % gestiegen sein, sagte Koehler. Im neu aufgebauten Bereich FC rechne er wegen hoher Investitionen unverändert mit einem Verlust von rund 40 Mill. DM. CG, SG und CP zusammengenommen würden 2001 wiederum ein prozentual zweistelliges Wachstum erreichen.

Kooperation mit Porsche

Einen Fehlbetrag in dieser Größenordnung sieht Koehler im Bereich FC auch für 2001. Möglicherweise könne die Sparte schon 2003 statt wie 2004 ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Im Zuge einer Kooperation mit dem Autokonzern Porsche begann SGL vergangenes Jahr mit dem Bau eines Keramikbremsscheiben-Werks in Meitingen, das Ende dieses Jahres in Betrieb gehen soll und bis 2003 einen Jahresumsatz von 100 Mill. Euro erwirtschaften soll. Das Geschäftsfeld SG dürfte nach Koehlers Einschätzung 2001 das Betriebsergebnis um rund 20 % steigern, bei CP sei mit einer Verdreifachung zu rechnen. Beim Bereich CG hoffe er auf ein etwa zehnprozentiges Plus.

"Wir haben eine Vision, der weltweit führende Hersteller von Hochtechnologie-Werkstoffen auf Kohlenstoff-Basis zu werden", sagte Koehler weiter. "Das könnte natürlich bedeuten, dass wir möglicherweise Aktien als Währung verwenden, um eine Fusion mit passenden Unternehmen zu ermöglichen." Damit könne SGL den Konzernumsatz eventuell in den kommenden drei bis fünf Jahren auf das Zwei- oder Dreifache steigern. Denkbar sei ein Zusammenschluss mit einem Hersteller von Hochtechnologie- Werkstoffen für bestimmte Branchen wie die Auto- oder Raumfahrt- Industrie oder spezielle Bereiche der Chemie- und Pharma-Industrie. Möglich sei ein solcher Schritt in Europa ebenso wie in Nordamerika und in Japan. In den Geschäftsfeldern SG und CG "ist Japan auf jeden Fall ein Ziel mit hoher Priorität".

Einzelne Geschäftsfelder eventuell an die Börse

Neben Fusionen prüfe das Unternehmen die Möglichkeit, einen seiner vier Bereiche in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen, allerdings nur unter SGL-Carbon-Führung, sagte Koehler. "Nur um ein Beispiel zu geben, könnten wir zu dem Schluss kommen, dass unser Auftritt in Japan relativ klein ist. Wir könnten uns sehr leicht vorstellen, mit einem japanischen Hersteller in einer dieser Geschäftsbereiche eine Partnerschaft zu einzugehen.

Das Geschäftsfeld FC könnte nach Koehlers Darstellung mittelfristig ganz oder teilweise an die Börse gebracht werden. "Wir könnten uns vorstellen, das Geschäftsfeld FC oder Teile davon mittelfristig an die Börse bringen, vielleicht in drei bis fünf Jahren. Dabei würden wir aber zugleich klar die Kontrolle über das Geschäftsfeld behalten.

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