Starke Leerverkäufe
MLP weiter im Sturzflug

Die Aktien von MLP haben am Morgen ihre rasante Talfahrt vom Vortag fortgesetzt. Die Papiere stürzten am Nachmittag derart stark, dass sie den Dax negativ beeinflussten. Die Aktie ist scheinbar vorerst zum Spekulanten-Papier verkommen und notiert mittlerweile auf dem tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

rtr/ mm FRANKFURT. Die Aktien des Finanzdienstleisters MLP, die am Donnerstag nach Presse-Spekulationen über geschönte Bilanzen bereits zweistellig verloren, sind offenbar zum Spielball von Spekulanten geworden. Am Freitag-Nachmittag verstärkte sich der Abwärtsdruck auf den Dax-Wert. Bei hohen Umsätzen verlor die Aktie zeitweise rund 20 Prozent auf nur noch gut 40 Euro. Damit sorgten die MLP-Aktien sogar dafür, dass der Dax seine im Tagesverlauf aufgelaufenen Gewinne wieder vollständig abgeben musste.

Bereits am Vormittag geriet die Aktie unter Druck und verlor rund neun Prozent gegenüber dem Donnerstags-Schlusskurs. Mehrere Analysten hatten MLP herabgestuft, nachdem ein Anleger-Magazin am Donnerstag laut über die zweifelhafte Bilanzierungs-Praxis des Finanzdienstleisters nachgedacht hatte. Die Frage ist nun, was bei MLP weiter passiert", sagte ein Börsianer. "Ich glaube, dass es ein politisches Spiel ist."

Viele professionelle Anleger sehen offenbar eine Gelegenheit, um Short zu gehen. Dabei handelt es sich um den Verkauf von Aktien, die der Verkäufer eigentlich nicht besitzt ("Leerverkäufe"). Der Verkäufer setzt bei derartigen Geschäften darauf, dass er sich bis zum Liefertermin zu einem geringeren als dem Verkaufspreis mit diesen Papieren eindecken kann. Wann diese Eindeckungs-Käufe mit möglicherweise starken, kurzfristigen Aufwärtssprüngen der Aktie beginnen, steht in den Sternen. Vielleicht schon am Montag, orakelte ein Börsianer unter Hinweis auf Terminkontrakte und Optionen, die am Freitag auf Basis des Schlusskurses fällig werden.

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