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Starke Nachfrage bei Porsche - Wiedeking bleibt langfristig

Der Sportwagenhersteller Porsche ist unsicher, ob er im laufenden Geschäftsjahr die zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Absatz halten kann. "Wir haben uns eine Steigerung vorgenommen.

dpa-afx PÖRTSCHACH. Der Sportwagenhersteller Porsche ist unsicher, ob er im laufenden Geschäftsjahr die zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Absatz halten kann. "Wir haben uns eine Steigerung vorgenommen. Ob wir das schaffen, sei erst einmal dahin gestellt", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Mittwochabend auf einer Fahrzeugvorstellung im österreichischen Pörtschach am Wörthersee. Dennoch würden Dank voller Auftragsbücher für die Modelle 911er und Boxster im laufenden Geschäftsjahr 2004/2 005 erneut Rekordzahlen erwartet. Die Aktie verlor am Vormittag um 1,69 Prozent auf 516,40 Euro.

Besonders der deutsche Markt sei weiterhin schwierig. Wiedeking konkretisierte den Termin, wann der Konzern über die vierte Baureihe entscheidet: "Die Entscheidung treffen wir Anfang nächsten Jahres." Es wird erwartet, dass die Stuttgarter einen sportlichen Viertürer auf den Markt schicken. Zuvor soll aber ein neuartiges Coupe zwischen 911er und Boxster angesiedelt und bereits 2005 verkauft werden. Nach Angaben aus Branchenkreisen soll das Coupe beim finnischen Partner Valmet gebaut werden. Wiedeking betonte, er wolle langfristig bei Porsche bleiben: "Ich verdiene gutes Geld und ich will das Unternehmen Stück für Stück nach vorne bringen", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Kritik AN Umsatz Zurückgewiesen

Die Kritik von Analysten, bei Porsche wachse der Absatz stärker als der Umsatz, wies Wiedeking zurück. "Uns macht dieses Thema keine Kopfschmerzen." Die zum Bilanzstichtag geltenden Wechselkurse sorgten dafür, dass die Umsatz-Absatz-Relation "ganz verrückte Werte" annehmen könne. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2 004 (31. Juli) hatte Porsche den Absatz um 15 Prozent auf 76 827 Fahrzeuge gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 13,9 Prozent auf 6,35 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn lag bei über einer Milliarde Euro, nach 933 Mill. Euro im Vorjahr. Endgültige Zahlen präsentiert Porsche auf der Bilanzpressekonferenz im Dezember in Stuttgart. Insgesamt strebt Porsche nach Informationen aus Branchenkreisen im laufenden Geschäftsjahr einen Absatz von deutlich über 80 000 Fahrzeugen an, die 85.000er-Marke werde aber voraussichtlich nicht erreicht.

Im Dezember könne er auch sagen, ob das Unternehmen die zweistelligen Zuwächse im laufenden Jahr erneut übertreffen werde, sagte Wiedeking weiter. Er sei optimistisch, allerdings müsse das Umfeld stimmen. "Wir können uns natürlich nicht gegen die Weltwirtschaft stemmen." Die nach dem Pariser Autosalon vorgenommene Vertriebsschätzung für die beiden überarbeiteten Sportwagenmodelle 911er und Boxster sei sehr gut. "Der neue Boxster wird dazu beitragen, dass Porsche auch 2004/2 005 auf Wachstumskurs bleibt." Die Produktion des Geländewagens Cayenne sei derzeit voll ausgelastet. Porsche komme mit der Fertigung im Leipziger Werk kaum nach. Die Produktion werde aber nicht erweitert: "Bei den unruhigen Märkten bin ich lieber ein bisschen konservativ als zu aggressiv."

Cayenne IN USA MIT Potenzial

Der Porsche-Chef sieht für den Erfolgsgaranten Cayenne nach dem starken Absatz im Vorjahr (knapp 40 000) noch weiteres Potenzial, vor allem in den USA. "Wir sind der Albtraum für die General Motors und Fords." Das Segment der Sport-Geländewagen (Suvs) sei aber groß genug, um mehrere Anbieter zu verkraften. Auch in China und Russland wolle Porsche wachsen. In China werde in den nächsten 18 Monaten die Zahl der Porsche-Zentren von vier auf 13 aufgestockt.

Zur drastischen Sanierung des europäischen General Motors-Geschäfts bei Opel und Saab und zur Kritik am Standort Deutschland meinte der Porsche-Chef: "Mit Kostensenkungen alleine schaffen sie keine Sanierung. Sie müssen mit Produkten das Geschäft zum Brummen bringen, sonst fressen sie die Fixkosten auf." General Motors habe seine Werke über Jahre "todsaniert". "Erst stecken sie 700 Mill. Euro in Rüsselsheim rein, dann wollen sie die Fabrik abreißen?"

Wiedeking warnte außerdem vor einem zu großem Einfluss ausländischer Fondsgesellschaften. Diese passten nicht in die europäische Unternehmerlandschaft. "Sie kennen keine soziale Verantwortung und wollen nur das schnelle Geld machen." Die Autokonzerne selbst seien bei ihren Zulieferern in der Pflicht. "Wir müssen dem Zulieferer die Chance geben, mit jedem Teil Geld zu verdienen."

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