Starke Verluste im ersten Quartal
Gewinneinbruch bei Intel

Der weltgrößte Computerchip-Hersteller Intel hat in seinem ersten Quartal einen starken Gewinneinbruch verzeichnet, lag damit aber immer noch etwas über den Schätzungen der Wall-Street-Analysten.

rtr SAN FRANCISCO. Trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal hat der Chiphersteller Intel die Erwartungen Analysten übertroffen. Der Gewinn vor akquisitionsbezogenen Kosten sei im ersten Quartal um 64 % auf 1,1 Mrd. $ oder 16 Cents je Aktie gesunken, teilte Intel am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Branchenexperten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem etwas geringeren Gewinn je Aktie von 15 Cents gerechnet. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Intel nach eigenen Angaben indes eine Erholung der Geschäfte. Das Chipgeschäft habe sich bereits wieder normalisiert. Die Aktie legte daraufhin außerbörslich zu.

Das erste Quartal sei bestenfalls schwierig gewesen, sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben des in Santa Clara in Kalifornien ansässigen Unternehmens sank der Nettogewinn im Vergleich zum ersten Quartal 2000 auf Grund schwacher Nachfrage um 82 % auf 485 Mill. $ oder sieben Cents je Aktie. Die Umsätze gingen um 16 % auf 6,68 Mrd. $ zurück. Analysten hatten im Schnitt Umsätze von 6,59 Mrd. $ erwartet.

Intel bleibt optimistisch

Nach Einschätzung von Konzernchef Craig Barrett hat sich das Geschäft mit Mikroprozessoren bei Intel aber wieder stabilisiert. Intel erwirtschaftet rund 80 % seiner Konzernumsätze im Geschäft mit Halbleitern für die Computerindustrie. Laut Finanzchef Bryant habe Intel bereits zum Ende des ersten Quartals wieder einige positive Anzeichen feststellen können. "In unserem Geschäft mit Mikroprozessoren gibt uns das, was wir im März sahen, viel mehr Zuversicht, dass wir ein ziemlich normales zweites Quartal haben werden und eine saisonal starke zweite Jahreshälfte", sagte Bryant. Im März habe Intel festgestellt, dass Kunden wieder neue Produkte bestellten.

Weiter teilte Intel mit, gegen Quartalsende hätten im Unternehmen die Lagerbestände bei Mikroprozessoren knapp innerhalb der Vorgaben gelegen. Bei Flash- und Kommunikations-Chips hätten sich hingegen Lagerbestände aufgebaut, die über den Planungen lägen. Laut Finanzchef Bryant werde sich hier die Entwicklung aber voraussichtlich im Jahresverlauf umkehren. Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Lagerbestände ergänzte Bryant, Intels Kunden würden mittlerweile dazu übergehen, neue Chips von Intel sofort zu verlangen.

Intel bekräftigte ferner Pläne, im laufenden Jahr 7,5 Mrd. $ zu investieren und für Forschung und Entwicklung 4,2 Mrd. $ aufzuwenden. Intel ist gegenwärtig dabei, seine Fabriken für die Nutzung großflächigerer und dünnerer Chiprohlinge (Wafer) mit feinerer Geometrie umzurüsten.

Analysten äußern sich verhalten

Analysten äußerten sich eher verhalten zu Zahlen und Ausblick des Branchenführers in der Halbleiterindustrie. "Die Zahlen selbst vermitteln ein ziemlich düsteres Bild", sagte Drew Peck, Analyst beim Investmenthaus SG Cowen & Co. Viel hänge davon ab, ob man stattdessen den Äußerungen von Konzernchef Barret zur Stabilisierung der Chipgeschäfte Glauben schenke wolle, sagte Peck.

Die Aktie verzeichnete im Anschluss an die Mitteilung außerbörsliche Kursgewinne. Auf dem elektronischen Handelssystem Instinet zogen Intel auf Kurse über 28 $ an, nachdem die Aktie den regulären Handel an der Technologiebörse Nasdaq zuvor mit einem Kursverlust von gut 1 % auf 26,04 $ beendet hatte. Seit Ende vergangenen Jahres war die Intel-Aktie in ihrer Kursentwicklung um gut 4 % hinter dem breit gefächerten S&P 500 Index zurück geblieben.

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