Starke vorbörsliche Nachgefrage
Zentaris wagt sich an den Neuen Markt

Das Biotechnologie-Unternehmen ist aus der Degussa-Tochter Asta-Medica hervorgegangen. Im vorbörslichen Handel war die Aktie nach Händlerangaben stark nachgefragt.

Reuters FRANKFURT. Die zum 18. Juni an den Neuen Markt strebende Degussa-Tochter Zentaris will unabhängig von der Mutter mit dem Emissions-Erlös profitabel werden. "Die Mittel aus dem Börsengang reichen vollkommen aus zur Deckung der Verluste bis zum Break-Even, der von Analysten für 2004 prognostiziert wird", sagte Vorstandschef Jürgen Engels am Mittwoch in Frankfurt. "Wir werden absolut schuldenfrei in die Zukunft entlassen. Alles, was wir erwirtschaften, kommt Zentaris zugute", fügte er hinzu.

Entscheidend seien für das Unternehmen die Jahre 2005/2006, weil bis dann eine Vielzahl an Medikamenten zugelassen sein solle. Im vorbörslichen Handel war die Aktie nach Händlerangaben stark nachgefragt. Das Gros der Stücke wurde zwischen 14,00 und 14,70 Euro oberhalb der Preisspanne von elf bis 14 Euro gehandelt. Die Degussa-Aktie legte zeitweise rund zwei Prozent auf 35,60 Euro zu.

"Wir können jetzt eigenständig über die besten Vermarktungsmöglichkeiten entscheiden", nannte Engels eine Motivation zum Börsengang. Degussa habe über drei Jahre 100 Mill. Euro in die Technologien und Produkte von Zentaris investiert. "Jetzt haben wir einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten", sagte Engel. Mit 15 Wirkstoffen in der präklinischen und klinischen Forschung zähle Zentaris im Geschäftsfeld Biopharma zur europäischen Spitzengruppe. Der Pulver-Inhalator Novolizer werde bereits seit Februar vermarktet. Zudem habe Zentaris über 400 Patente inne.

Zentaris sei ein integriertes Biotechnologie-Unternehmen, das die Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen auf der Basis von Peptiden (Eiweißmolekülen) mit Inhalativen Technologien und der Gentherapie vereine, sagte Engel. Die Hälfte des Emissions-Erlöses werde in die weitere Produktentwicklung und die klinischen Studien gesteckt, weitere 30 Prozent sollten in die Vermarktung und den Ausbau der Wirkstoff-Findung investiert werden. Der Rest fließe in die Inhalativen Technologien und die Technologie-Plattformen in der Gentherapie. Hier arbeite Zentaris an Therapien, die selektiv Tumorzellen abtöteten ohne gesunde Zellen zu schädigen. Im Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Pro-forma-Umsatz von 2,715 Mill. Euro und wies einen Fehlbetrag von 29,681 Mill. Euro aus.

Europas größte Biotech-Emission

Die Degussa hält nach Platzierung inklusive Greenshoe von bis zu 1,425 Mill. Stücken über ihre Tochter ASTA Medica noch rund 32 Prozent an Zentaris. Ihr fließt der Netto-Emissions-Erlös aus dem Verkauf der bis zu 4,925 Mill. Aktien aus Altaktionärsbesitz, und damit zwischen 54 und 69 Mill. Euro abzüglich der anteiligen Kosten für den Börsengang, zu. Auf Zentaris entfallen brutto 66 bis 84 Mill. Euro. Nach Angaben der konsortialführenden Dresdner Kleinwort Wasserstein ist Zentaris Europas größte Biotech-Emission in diesem Jahr. Auf Basis der Preisspanne ist das Biotechnologie-Unternehmen zwischen 198 und 252 Mill. Euro bewertet. Analysten hatten Reuters zuvor den fairen Kurs von Zentaris mit 14 bis 16 Euro genannt. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Emissionspreis zu hoch ist", bekräftigte Engel Analysteneinschätzungen.

Etwa 61 Prozent der 10,9 Millionen Zentaris-Aktien sollen den Angaben zufolge dem Publikum angeboten werden. Sieben Prozent der Anteile sind für zwei Investoren reserviert. Die Zeichnungsfrist für die zum Kauf angebotenen Aktien läuft bis zum 15. Juni. Im Konsortium befinden sich neben der Dresdner Bank das Bankhaus HSBC Trinkaus und die Landesbank Baden-Württemberg.

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