Starker Arbeitsmarkt
Wall Street startet mit einer Rally

Nachdem der Arbeitsmarktbericht besser ausgefallen ist als erwartet, beginnen die großen US-Indizes den Freitagshandel mit einer Rally. Der Dow legt schon in den ersten Minuten mehr als 100 Punkte zu, die Nasdaq notiert mit 35 Zählern im Plus.

Der Arbeitsmarktbericht überraschte den Markt auf breiter Front. Die Arbeitslosenquote ist wider Erwarten leicht gesunken und notiert bei 5,5 %. Mit 66 000 neu geschaffenen Jobs zeigt sich die US-Wirtschaft deutlich stärker als Marktbeobachter prognostiziert hatten. Auch die durchschnittlichen Stundenlöhne sind um ein Zehntelprozent gestiegen. Nach einer Flut positiver Fundamentaldaten aus dem konjunkturellen Umfeld und der optimistischsten Greenspan-Rede seit langem warteten Anleger und Analysten auf den Arbeitsmarktbericht als letztes Mosaiksteinchen, mit dem sich das Bild eines zuletzt oft beschworenen "robusten Aufschwungs" legen ließe.

Das unsichere Warten auf den Arbeitsmarktbericht war noch am Vortag einer der Faktoren gewesen, die den Markt gebremst hatten. Der andere: Mit Intel und Sun Microsystems sollten sich nach Börsenschluss zwei der großen Tech-Unternehmen zu ihren Aussichten im laufenden Quartal äußern - beide enttäuschten nicht.

Vom Chip-Riesen Intel gab es allerdings kaum bewegenden Neuigkeiten. Das Unternehmen hat seine Gewinnprognosen eingeengt und dabei sowohl Ober- als auch Untergrenze beschnitten. Analysten hatten tagelang orakelt, ob Intel am unteren oder am oberen Ende seiner frühen Vorhersagen melden würde, wobei die Mehrheit der Experten auf eine positive Überraschung gehofft hatte. Intel notiert am Morgen gut behauptet.

Der Hardware-Hersteller Sun Microsystems hat unterdessen seine Erwartungen bestätigt und damit einige Analysten überrascht, die sich zuletzt noch vorsichtig über den Wert geäußert hatten. Nach wie vor geht das Management von einem Anteilsverlust von 2 Cent für die laufenden drei Monate und von einer Rückkehr in die Gewinnzone im kommenden Quartal aus. Papiere von Sun Micro notierten mit 9,5 % im Plus.

Auch die übrigen Big Caps zeigen sich von ihrer starken Seite. Microsoft stützt mit einem Plus von 2 % den Software-Sektor, mit frühen Gewinnenn von 3,3 % notiert der Netzwerk-Riese Cisco stark.

Unter Druck stehen hingegen die Glasfaser-Unternehmen. Die Analysten von Merrill Lynch haben sich mit dem Sektor beschäftigt und erwarten einen Nachfrageeinbruch von 20 % im laufenden Jahr im Bereich der optischen Leiter. Die Experten senken nun die Erwartungen für die Marktführer Ciena und JDS Uniphase . Anlegern rät Merril Lynch, Papiere von Ciena zu "reduzieren". Aktien von Ciena verlieren 4 %, JDS Uniphase zeigt sich hingegen unbeeindruckt und verbessert sich um 4,5 %.

Weitere marktbewegende Nachrichten kommen am Morgen aus dem Biotech-Sektor. Serono hat von der Prüfbehörde FDA das Okay für sein Multiple Sklerose-Mittel Rebif bekommen und rechnet damit, dass Medikament "in wenigen Tagen" auf den Markt bringen zu können, wie ein Sprecher sagte. Serono kann nun gegen den großen Konkurrenten Biogen antreten, der den Markt bislang beherrschte. Serono rechnet mit einem künftigen Marktanteil von 25 % bis in vier Jahren. Serono verbessert sich um 16 %, Biogen verliert 10 %.

Besser als erwartet ist der Broker-Sektor in den Freitagshandel gestartet. Nach zuletzt mehreren Abstufungen für die Trader meldet sich am Freitagmorgen Salomon Smith Barney zu Wort und die einstigen "Kauf"-Werte Morgan Stanley, Merrill Lynch und Lehman Brothers auf "outperform", Goldman Sachs und Bear Stearns auf "neutral". Der Branchenindex gewinnt dennoch 1,3 %.

Der zahlungsunfähige Einzelhändler Kmart hat am Morgen früher als erwartet seine Restrukturierungspläne erläutert. Die Kette wird 280 Filialen schließen und 20 000 Mitarbeiter entlassen. Dafür nimmt man einen Aufwand von 1,3 Milliarden Dollar in Kauf. Analysten hatten mit deutlich mehr Schließungen gerechnet. Dass es weniger sind, kommt am Markt gut an: Aktien von Kmart legen 13 % zu.

Gute Nachrichten kommen auch aus dem Restaurantbereich. Mit dem konjunkturellen Aufschwung kommt der Hunger der Amerikaner auf Süßes, und die Donut-Kette Krispy Kreme meldet entsprechend stark: Mehr verkaufte Zuckerkringel in deutlich mehr neuen Filialen haben dem Unternehmen einen Gewinnzuwachs von 94 % beschert, mit einem Anteilsplus von 14 Cent schlägt man die Konsensschätzung der Wall Street. Die Aktie von Krispy Kreme legt 2 % zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%