Starker Kursverfall am Neuen Markt
IBM zwingt Dax und Nemax in die Knie

Der Deutsche Aktienindex notierte rund 1,14 % im Minus bei 6456,98 Punkten, am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 7,5 % auf 4024 Zähler nach und landete damit auf einem neuen Jahrestief.

Reuters FRANKFURT. Die geringer als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen des US-Computerherstellers IBM und die damit weltweit einhergehenden Kursverluste von Technologiewerten haben am Mittwoch auch den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Mittag mit 1,14 % im Minus bei 6456,98 Punkten, am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 4,6 % auf 4116,45 Zähler nach. "Wir befinden uns momentan in einem Bärenmarkt", sagte ein Händler. "Es sind nur negative Faktoren, die derzeit diskutiert werden: der Ölpreis, die Spannungen im Nahen Osten, Befürchtungen vor einer Zinserhöhung, Inflationsängste und Gewinnwarnungen von Unternehmen. Dabei habe der deutsche Markt derzeit keine Eigendynamik, sondern folge lediglich den internationalen Vorgaben.

Es bräuchte eine Reihe von guten Unternehmensergebnissen, die über den Erwartungen lägen, um den Trend umkehren zu können, sagte ein anderer Börsianer. Es sei abzuwarten wie die Quartalsergebnisse einer Reihe von US-Unternehmen in dieser Woche ausfielen. Derzeit schaue man in Deutschland noch sehr stark auf die USA.

IBM hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Geschäftszahlen vorgelegt. Dabei war der Gewinn zwar im Rahmen der Erwartungen der Analysten gestiegen, der Umsatz war indes nur um drei anstatt der erwarteten sechs Prozent gestiegen. IBM hatte dafür unter anderem den schwachen Euro verantwortlich gemacht und mitgeteilt, bei stabilen Wechselkursen wäre der Umsatz um sechs Prozent gestiegen. "Das Ergebnis von IBM hat zu Angst an den Märkten geführt, die negative Reaktion ist meiner Meinung nach aber übertrieben", sagte Jürgen Gries, Händler bei Merck Finck & Co in München.



Trotz der neuerlichen Kursverluste beim Dax sagte aber ein Händler, er sei überrascht über den Widerstand, den der Dax trotz der schlechten Vorgaben noch leiste. In dem seit Anfang September anhaltenden Abwärtstrend habe der Index oberhalb der 6400 Punkte-Marke eine kleine Stabilisierung gefunden, sagte Commerzbank-Analyst Achim Matzke. Diese sei aber sehr volatil. Der technologielastige Nasdaq-Index war am Dienst um 2,32 % tiefer auf 3213,79 Zähler aus dem Handel gegangen.

Von den enttäuschenden IBM-Umsatzzahlen waren im Dax die Aktien von Epcos am stärksten betroffen. Die Papiere fielen um 6,45 % auf 78,50 Euro. SAP gaben einen Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen 5,46 % auf 230,40 Euro nach. Die Aktien der Siemens - Halbleitertochter Infineon waren am Vormittag auf ein neues Jahrestief von 43,90 Euro gefallen, erholten sich aber leicht und notierten am Mittag um 3,23 % tiefer auf 44,99 Euro.

Zu den Gewinnern am Markt gehörte unter anderem Allianz . Der Versicherer hatte am Morgen angekündigt, den US-Vermögensverwalter Nicholas-Applegate Capital Manager für zunächst 980 Mill. $ (2,24 Mrd. DM) zu übernehmen. Die Aktien stiegen um 1,48 % auf 365,46 Euro.

Die Papiere von Thyssen-Krupp legten ebenfalls zu. Das könne mit aufkommender Bewegung wegen des kleinen Verfallstages von Dax- und Aktienoptionen am Freitag zusammen hängen, sagte ein Händler. Der Kurs stieg um 0,57 % auf 14,14 Euro.



Der MDax für die mittleren Werte verlor bis zum Mittag 0,6 % auf 4768,78 Zähler. Hier standen die Aktien des Backkonzerns Kamps, im Mittelpunkt, der seine Neunmonatszahlen bekannt gegeben hatten. Die Papiere verteuerten sich um knapp 15 % auf 16,80 Euro. Von Januar bis September habe sich bei einem Umsatz von 2,265 Mill. DM der Betriebsgewinn auf 129,7 Mill. DM verdreifacht worden, hatte das Unternehmen mitgeteilt.



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