Starker Zuwachs im Internethandel
Der Buchhandel freut sich über Zuwächse

Die Leselust der Deutschen ist ungebrochen. Die Umsätze der Buchhändler und Verlage stiegen im Jahr 2000 um 2,1 % auf ein geschätztes Volumen von 18,4 Mrd. DM. Ein besonders starkes Wachstum verzeichneten die Internetbuchhändler.

ddp/afp/rtr FRANKFURT/MAIN. Das Umsatzplus sei etwas höher ausgefallen als in den drei voran gegangenen Jahren, sagte Roland Ulmer, Chef des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, am Dienstag in Frankfurt am Main. Die "steilsten" Zuwächse meldeten die Internetbuchhändler. Der Umsatz mit den per Mausklick gekauften Büchern sei in Deutschland um 129 Prozent auf 387 Mill. DM gestiegen, teilte der Verein mit. Vom Gesamtvolumen des deutschen Buchmarkts von schätzungsweise 18,4 Mrd. DM machte der Internet-Verkauf damit aber nur einen Anteil von 2,3 Prozent aus.

Neues Urheberrechtsmodell missfällt dem Handel

Die wirtschaftliche Lage der Branche sei "insgesamt positiv", sagte Ulmer. Sorge bereite dem Börsenverein jedoch die geplante Änderung des Urheberrechts. Der Regierungsentwurf wolle de facto die bisherige Vertragsfreiheit zwischen Verlegern und Autoren abschaffen. Deren Vereinigungen sollten stattdessen "gemeinsame Vergütungsregelungen" erarbeiten. Aufgrund der "kreativen Vielfalt" des Verlagswesens seien solche Art Tarifverträge nur für einige wenige Standardfälle realisierbar.

Trotz Internetboom kauften die Deutschen ihre Bücher im Jahr 2000 nach wie vor am liebsten im Laden. Die Buchhandlungen in den deutschen Städten sorgten im Jahr 2000 laut Börsenverein für 58,2 % des Gesamtumsatzes. Das ist gegenüber 1999 ein leichtes Minus von 0,6 %. Mit einer Steigerung von 12,8 Prozent stark gewachsen sei dagegen der Versandbuchhandel, der nun einen Marktanteil von acht Prozent ausmache. Die Umsätze in Buchabteilungen von Warenhäusern und Supermärkten, an Kiosken und im Bahnhofsbuchhandel sowie der Verlags-Direktvertriebe wuchsen in etwa wie der Gesamtmarkt. Die Buchgemeinschaften verzeichneten dagegen stagnierende Umsätze.

Wählen konnten die Leser im Jahr 2000 in Regalen der Läden, den Katalogen der Versandhändler und auf den Webseiten der Internethändler unter 82 936 Neuerscheinungen - eine Rekordzahl und gegenüber 1999 ein Plus von 2,7 %. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 565,2 Mill. Bücher gedruckt, elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Internetnutzer lesen gerne Bücher

Als "ermutigend" bezeichnete Ulmer das Leseverhalten der Deutschen. Nach einer Untersuchung des Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse seien 72 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren an Büchern interessiert. Er hob zudem hervor, dass nach einer gemeinsamen Studie des Börsenvereins und der Stiftung Lesen Computer-Nutzer überdurchschnittlich oft lesen. Danach greifen 22 Prozent der täglichen Internet-Nutzer auch täglich zu Büchern.

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