Starkes Asthmageschäft hält GlaxoSmithkline auf Wachstumskurs
Fusionserträge stützen Pharmagewinne

Mit überwiegend soliden Zahlen haben große Arzneimittelhersteller die konjunkturstabile Verfassung des Pharmamarktes untermauert. Vielfach profitieren die operativen Gewinne von der Kostensenkung nach Fusionen. Vor allem bei einigen US-Konzernen hat sich jedoch das Umsatzwachstum weiter abgeschwächt.

FRANKFURT/M. In der Pharmaindustrie wachsen die operativen Erträge weiterhin überwiegend zweistellig. Das haben mehrere große Vertreter der Branche, angeführt von der britischen GlaxoSmithkline, mit ihren jüngsten Quartalszahlen unterstrichen.

Allerdings bezieht sich die starke Performance in erster Linie auf bereinigte Zahlen vor Sondereffekten. Unterm Strich werden die Bilanzen der Pharmahersteller nach wie vor stark von der vorangegangenen Fusionswelle geprägt. Das heißt einerseits fließen die positiven Synergieeffekte aus den Fusionen und Übernahmen der vergangenen beiden Jahre in die operativen Erträge ein. Andererseits sind zum Teil noch Sonderbelastungen zu verkraften, um die Kostenvorteile zu realisieren.

So präsentierte Glaxo-Smithkline (GSK), die Nummer Zwei der Pharmabranche, einen Anstieg des operativen Gewinns vor Steuern um 16 % im 3. Quartal und um 12 % in den ersten neun Monaten. Inklusive aller Sonderbelastungen sank der Vorsteuergewinn im 3. Quartal dagegen um rund ein Drittel auf knapp 1 Mrd. $ und um etwa 14 % auf 4,6 Mrd. $ in den ersten neun Monaten. GSK ist im vergangenen Jahr aus der Fusion von Glaxo Wellcome und Smithkline Beecham entstanden. Der Konzern will seine regulären Kosten durch die Fusion im laufenden Jahr um rund 580 Mill. $ senken.

Der US-Konzern Bristol-Myers Squibb (BMS) meldet ein Plus beim Quartalsgewinn aus fortgeführten Aktivitäten von 11 %, verbuchte unterm Strich indessen lediglich einen stagnierenden Gewinn von 1,2 Mrd. $. Ursache sind unter anderem Kosten für Fabrikschließungen und einen Umbau im Vertrieb. Ebenfalls deutliche Diskrepanzen zwischen operativem Ergebnis und Nettogewinn offenbarten sich in der vergangenen Woche u.a. bereits bei Abbott, die gerade das einstige BASF-Pharmageschäft integriert.

Unterdessen wird bei American Home Products (AHP) eine operative Ertragssteigerung von 14 % durch eine abermalige hohe Rückstellung (950 Mill. $) für Schadensersatzforderungen im Zusammenhang mit dem Schlankheitsmittel Redux überlagert. Der Nettogewinn im 3. Quartal sank daher um gut zwei Drittel auf nur noch 250 Mill. $. AHP hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als 7 Mrd. $ aufgebracht, um Prozesse mit geschädigte Patienten beizulegen.

Deutlicher günstiger fallen dagegen die Zahlen bei der Pharmacia-Gruppe aus, die ihren operativen Gewinn um rund ein Viertel steigerte. Das sich Sonderkosten (aus der Fusion mit Monsanto) deutlich verringerten, hat sich der Nettogewinn sogar um rund 70 % verbessert. Auf vergleichbarer Basis rechnet das Management weiterhin mit einem Gewinnplus von 20 % im Gesamtjahr.

Die Umsätze bei den großen Pharmaherstellern wurden von der politischen Krise in den vergangenen Wochen offenbar kaum tangiert. Allerdings zeigen die nur noch moderaten Zuwachsraten bei US-Herstellern wie Schering-Plough, Lilly und Bristol-Myers, dass Patentabläufe bei einigen wichtigen Produkten ihre Spuren hinterlassen. Auch bei Pharmacia und Pfizer hat sich das Umsatzwachstum im 3. Quartal tendenziell abgeschwächt.

Demgegenüber konnte Glaxo-Smithkline mit einem währungsbereinigten Plus von 12 % im dritten Quartal das Tempo halten. Den entscheidenden Beitrag dazu leistete ein sehr starkes Geschäft mit Asthmamedikamenten, das um mehr als ein Drittel expandierte. Das Glaxo-Management bekräftigte gestern die Prognose, den Gewinn jeAktie im laufenden Jahr um 13 % und im kommenden Jahr um etwa 15 % zu steigern und kündigte gleichzeitig an, Aktien im Umfang von bis zu 5,7 Mrd. $ zurückzukaufen. Der britische Pharmariese schließt sich damit Konkurrenten wie Pfizer, Merck & Co und Novartis an, die ähnliche Programme bereits laufen haben.

Dem Aktienkurs von GSK konnte die Ankündigung indessen keine Impulse verleihen. Bis zum Nachmittag notierte der britische Pharmariese vielmehr mit knapp 2 % im Minus. Auch die meisten US-Pharmawerte tendierten im frühen New Yorker Handel schwächer. Besonders stark unter Druck stand die Pharmacia-Aktie Mit einem Minus von 6 % stand

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