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Starkes Europa

Seien Sie ehrlich, hätten Sie dem Euro vor Wochen eine solche Leistung zugetraut? Er steigt und steigt, aber eigentlich hat niemand in Europa so richtig für diesen Kurs-Turbo gesorgt.

Es ist wohl eher eine Schwäche des Dollars denn eine Stärke der europäischen Einheitswährung. Aber was so banal klingt, hat handfeste Gründe. Ohne Zweifel hat die US-Wirtschaft im Moment mit massiven Problemen zu kämpfen: Die Leitbörse an der Wall Street ist geprägt von Nervosität und Unsicherheit. Die Welt blickt gespannt auf die Krisenherde in Nahost und Kaschmir. Der Ölpreis ist alles andere als stabil. Und auch das Leistungsbilanzdefizit der USA sorgt für Kopfschmerzen.

Aber mal ehrlich: Sind die Europäer denn wirklich besser dran? Wohl kaum. Die Konjunktur ist lahm wie ein alter Esel und die Arbeitsmärkte starr wie ein Stück Holz.

Der starke Euro täuscht darüber hinweg. Er gibt uns das Gefühl, enorm an ökonomischer Bedeutung zu gewinnen. Aber selbst bei der Parität, sozusagen dem 1:1 zwischen den USA und Euro-Land, bleibt ein schlechtes Gefühl. Der Grund: Ein starker Euro schwächt die europäische Exportwirtschaft. Damit steigt der Druck zu wirtschaftspolitischen Reformen. Aber ob der Wille dazu wirklich vorhanden ist - daran zweifeln viele Menschen im vermeintlich starken Euro-Land.

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