Starkes Wachstum angestrebt
Suse will Microsoft Firmenkunden abjagen

Der Nürnberger Softwarehersteller, der Produkte und Dienstleistungen für das freie Betriebssystem Linux vertreibt, rechnet in diesem Jahr mit schwarzen Zahlen.

HB NÜRNBERG. Der Microsoft-Konkurrent Suse setzt verstärkte Hoffnungen auf das Geschäft mit Firmenkunden und rechnet im laufenden Jahr mit der Rückkehr in die Gewinnzone. Das Nürnberger Unternehmen, das Anwendungen und Serviceleistungen für das freie Betriebssystem Linux anbietet, erwartet für 2003 einen Umsatzwachstum von 20 bis 30 Prozent. Das erklärte Unternehmenschef Richard Seibt im Gespräch mit Handelsblatt.com. Im vergangenen Jahr habe der Umsatz bei 40 Millionen Euro gelegen, so Seibt, der das Unternehmen seit Jahresanfang leitet.

Suse sieht sich im Bereich der Server-Betriebssysteme für Unternehmen gut aufgestellt. Durch einen größeren Marktanteil bei den Profis in den IT-Abteilungen erhofft sich Suse langfristig auch mehr Präsenz auf den Schreibtischen der Endnutzer. "Wir gehen dahin, wo der Erfolg ist, und konzentrieren uns auf die Unternehmen", erklärte Seibt. "Über diesen Weg werden wir dann auch den Desktop erobern können."

Unter den Endanwendern hat der US-Software-Riese Microsoft immer noch eine nahezu unangefochtene Vorrangstellung. Das freie Betriebssystem Linux hat zwar unter IT-Profis einen guten Ruf, gerade weil die Quelldaten des Programmes frei zugänglich sind. Otto-Normal-Anwender schreckt aber noch allzu oft vor Linux zurück, weil das Bedienen und Pflegen des Programms bisweilen etwas mehr fachliche Kompetenz verlangt als das populäre Microsoft-Produkt Windows. Auch Unternehmen möchten ihren an Windows-Programme gewöhnten Beschäftigten andere Produkte oft nicht zumuten.

Zunehmend an Bedeutung gewinnt für Suse auch das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern. Ein Grund hierfür seien auch die knappen Kassen, so Seibt. Das Unternehmen hatte zuletzt Schlagzeilen mit einem größeren Auftrag in Süddeutschland gemacht. Die Stadt Schwäbisch Hall stellte ihre komplette IT-Infrastruktur auf Linux um.

Hinter Suse mit seinen 380 Beschäftigten stehen als Investoren etliche große Unternehmen aus der IT-Branche, unter ihnen Intel und IBM. Das Unternehmen musste nach dem Zusammenbruch der New Economy Federn lassen und unter anderem das teure Auslandsengagement deutlich zusammenstampfen. Laut Firmenchef Seibt ist die US-Niederlassung mittlerweile profitabel.

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