Start am 21. März
Nasdaq Deutschland hofft auf weitere Banken

Die Ende nächster Woche startende neue Börse Nasdaq Deutschland hofft auf den Zuspruch weiterer Banken als Marktteilnehmer. Es werde davon ausgegangen, dass neben den Gründungsmitgliedern der neuen Handelsplattform auch andere Banken ihre Orders an der Nasdaq Deutschland ausführen, sagte Börsen-Vorstand Axel Schubert am Freitag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Nach ersten Tests und Simulationen seien zuletzt 34 Institute zumindest technisch in der Lage gewesen, ihre Aufträge an die neue Börse zu schicken. Es gebe ein großes Potenzial, da Banken nur bei einem geringen Teil der Aufträge an bestimmte Börsenplätze gebunden seien. Am Ende entscheide aber der Wettbewerb, wie viele teilnehmen, sagte Vorstand Jörg Walter.

Unter dem Dach der kürzlich fusionierten Regionalbörsen Berlin und Bremen startet mit der Nasdaq Deutschland am 21. März ein neues elektronisches Handelssystem. In direkter Konkurrenz zur Frankfurter Börse und den verbliebenen fünf deutschen Regionalbörsen hat der deutsche Ableger der US-Hightech-Börse Nasdaq vor allem Kleinanleger im Visier. Sie will zunächst mit rund 250 großen Werten aus den nationalen Indizes DAX, MDax, dem neuen TecDax sowie dem Dow Jones 30 und Nasdaq 100 starten. Angestrebt würden 1500 Titel. Dies sei eine vernünftige Größe, hänge aber von der Marktentwicklung ab, hieß es.

Die Nasdaq Deutschland, an der neben den Börsen von Berlin und Bremen deutsche Banken und der Nasdaq-Europa-Ableger beteiligt sind, will in drei Jahren auf einen Marktanteil von 15 Prozent kommen und damit der zweitgrößte deutsche Handelsplatz werden. Die ursprünglichen Ertragsziele mussten jedoch verschoben werden. Bei "günstiger Konstellation" werde die Gewinnzone nun für 2004 erhofft, hieß es. Am deutschen Nasdaq-Ableger hält die "Börse Berlin-Bremen" 20 Prozent. Die Commerzbank und ihre Online-Tochter comdirect sind mit je 7,5 Prozent, die Dresdner Bank mit 15 Prozent beteiligt. Größter Anteilseigner ist mit 50 Prozent die Nasdaq Europe.

Unter dem Dach der Börse Berlin-Bremen wird es neben dem elektronischen System von Nasdaq Deutschland den üblichen Handel (Parkettbörse) geben. Die traditionelle Skontroführerbörse, an der Kauf- und Verkaufaufträge durch Makler vermittelt werden, bleibe wichtiges Standbein. Es handle sich um ein profitables Geschäft, das für Werte mit geringerer Kapitalisierung und Streuung Sinn mache. Zu 10 000 in Berlin gehandelten Titeln aus 58 Ländern kämen aus Bremen "interessante festverzinsliche Spezialitäten". Mit Nasdaq Deutschland werde nicht das "Totenglöckchen für Skontro" geläutet, so Walter.

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