Start am Montag in Johannesburg
Uno will konkrete Ergebnisse bei Erdgipfel

Die Vereinten Nationen (Uno) rechnen bei dem am Montag kommender Woche im südafrikanischen Johannesburg beginnenden Erdgipfel mit konkreten Ergebnissen in der Umweltpolitik.

Reuters JOHANNESBURG. Der Vorsitzende des Uno-Umweltprogramms, der ehemalige deutsche Umweltminister Klaus Töpfer, sagte Reuters, er sei überzeugt, dass es eine Vereinbarung gegeben werde. Ziel der Konferenz ist eine nachhaltige Entwicklung vor allem in den ärmeren Ländern bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt. US-Präsident George W. Bush kündigte konkrete und praktische Vorschläge der USA an, sagte selbst aber eine Teilnahme an dem Gipfel ab. Bundeskanzler Gerhard Schröder will hingegen am 2. September nach Johannesburg reisen.

Der bis zum 4. September dauernde "Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung" ist mit rund 50 000 Teilnehmern die bisher größte von der Uno organisierte Veranstaltung. Über 100 Staats- oder Regierungschefs werden zu dem Erdgipfel erwartet. Der letzte fand im Jahr 1992 in Rio de Janeiro statt, ohne dass viele Zusagen eingehalten worden wären. In US-Regierungskreisen war damals von einer "Zirkus"-Veranstaltung die Rede.

Töpfer sagte, er sei zu der Überzeugung gelangt, dass die Konferenz in Johannesburg "ein sehr gutes und konkretes Ergebnis" haben werde. "Eine nachhaltige Entwicklung steht wirklich im Zentrum einer friedlichen Welt", sagte Töpfer am Montag am Rande eines Symposiums von Richtern über Umweltrecht in Johannesburg. Man könne keinen Frieden erwarten, wenn sich die Schere zwischen armen und reichen Ländern weiter öffne, sagte Töpfer weiter. Zu den Hauptthemen des Gipfels zählen sauberes Wasser und Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Energie, Gesundheit und Artenvielfalt.

US-Präsident Bush erklärte am Montag im texanischen Crawford, Außenminister Colin Powell werde die US-Delegation leiten, die "nach Johannesburg mit konkreten und praktischen Vorschlägen für starke und dauerhafte Partnerschaften" kommen werde.

Bushs Absage seiner Gipfelteilnahme stieß auf Kritik bei Umweltschützern und den oppositionellen Demokraten."Wir sind sehr enttäuscht", sagte der Direktor des internationalen Programms beim Rat zur Verteidigung der natürlichen Ressourcen, Jacob Scherr. Eine Gruppe von 42 Demokraten aus dem Repräsentantenhaus erklärte, die Abwesenheit des Präsidenten könnte die Einschätzung verstärken, dass die USA sehr selektiv an globalen Abkommen teilnähmen.

Bushs Vater George Bush hatte sich 1992 erst in letzter Minute für eine Teilnahme am Gipfel von Rio de Janeiro entschlossen. Damals hatte er zugestimmt, die für die Erderwärmung verantwortlichen Treibhausgase zu verringern. George W. Bush hatte dann im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass sich die USA aus dem Kyoto-Abkommen, das konkrete Reduzierungen von Treibhausgasen zum Ziel hat, zurückziehen. Bushs Amtsvorgänger Bill Clinton hatte dem Abkommen noch zugestimmt.

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