Start am Samstag bei Weltcup-Abfahrt
Gerg-Comeback perfekt

Die schnelle Rückkehr von Hilde Gerg in den alpinen Ski-Weltcup ist perfekt. Zwei Wochen nach ihrem Kreuzbandriss wird die 27-Jährige an der Weltcup-Abfahrt am Samstag in Lenzerheide/Schweiz teilnehmen.

HB/dpa LENZERHEIDE. Hilde Gerg kehrt im Rekordtempo in den alpinen Weltcup zurück. Genau zwei Wochen nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie wird die mit zwei Saisonsiegen beste deutsche Skifahrerin an diesem Samstag an der Abfahrt im schweizerischen Lenzerheide teilnehmen. "Ja, ich werde mich morgen da mal runterstürzen. Ich werde starten", sagte die Lenggrieserin nach dem Abschlusstraining auf der Carlottas-Piste am Freitag.

Nach dem 12. Platz vom Vortag hatte die 27-Jährige auch beim Abschlusstraining im verletzten Gelenk keine Schmerzen. "Das Knie ist okay", sagte die Slalom-Olympiasiegerin von 1998. Hilde Gerg beendete das Training nach einem Torfehler vorzeitig, jedoch hatte die Weltcup-Siegerin im Super-G nach eigener Aussage nur die falsche Fahrlinie gewählt. Das Rennen am Samstag will sie ohne Druck bestreiten. "Es ist egal, ob ich 20. werde. Wichtig ist, dass ich Rennen fahre, das ist die beste Methode." Jegliches Risiko soll vermieden werden. "Ich werde bei einer brenzligen Situation abschwingen", kündigte sie an.

Noch zu Wochenanfang hatte Hilde Gerg gemeinsam mit ihrem Mann und Nachwuchstrainer Wolfgang Grassl zunächst streng geheim ihre ersten Trainingsläufe absolviert. Nach dem "grünen Licht" der Ärzte traf die Speed-Spezialistin die Entscheidung für einen Start ganz alleine. "Sie sagt ja oder nein, da können wir ihr gar nicht reinreden", so Abfahrts-Coach Andreas Fürbeck. "Ich war die treibende Kraft", bestätigte denn auch die deutsche Nummer eins.

Der Einsatz am Samstag ist aber nicht ohne Risiko. Alles hängt davon ab, ob die Muskulatur stark genug ist, das fehlende Band zu ersetzen. "Ich habe immer eine Mords-Muffe, wenn sie fährt. Da geht bei allen die Anspannung auf 140 %", sagte Wolfgang Maier. Hilde Gerg hatte sich am 7. Dezember bei der Abfahrt von Lake Louise, einen Tag nach ihrem zweiten Saisonerfolg, einen "singulären" Abriss des vorderen Kreuzbandes zugezogen. Eine Operation war nicht notwendig, so konnte sie sofort mit dem Rehaprogramm beginnen. Ursprünglich war an eine Rückkehr im Januar bei den schnellen Rennen von Innsbruck gedacht worden.

Aktives Skifahren trotz Kreuzbandriss ist im Weltcup kein Novum. Der Schweizer Pirmin Zurbriggen fuhr bei den Winterspielen 1988 in Calgary mit dieser Blessur sogar zu Abfahrts-Gold. Aber: Bei den Damen kann sich Maier nicht an einen ähnlichen Fall erinnern. "Sie wäre wohl die Erste, die das schafft, und ich drücke ihr fest die Daumen, dass es gelingt", sagte Maier. Sollte der Versuch fehlschlagen, müsste Hilde Gerg doch operiert werden. Das könnte ihr Karriere-Aus bedeuten, hatte sie doch ein Ende der Laufbahn ohnehin für März 2003 angekündigt.

Im Rennen wird Hilde Gerg nach ihrem Trainings-Ausfall mit einer Startnummer erst unmittelbar nach den besten 30 antreten. Bestzeit fuhr bei der letzten Übungseinheit die französische Olympiasiegerin Carole Montillet in 1:43,38 Minuten. Beste Deutsche war Regina Häusl (Schneizlreuth) auf Platz 12, Maria Riesch (Partenkirchen) wurde 13. Martina Ertl (Lenggries) kam auf Rang 16, Isabelle Huber (Berchtesgaden) wurde 21.

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