Start Amadeus-Buchungen liegen 16 Prozent zurück
Erste Hoffnungsschimmer für Touristik

Die Krise der Reisebranche hat sich in Deutschland im April trotz des Irak-Kriegs und der Lungenkrankheit SARS nach jüngsten Buchungstrends nicht weiter verschärft.

Reuters HANNOVER/FRANKFURT. Der Rückstand der Reisebuchungen gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr liege zwar wie bereits Ende März weiterhin bei gut 16 Prozent, teilte das in Deutschland führende Reservierungssystem Start Amadeus am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Erstmals seit Jahresbeginn sei die Zahl der Buchungen vorige Woche deutlich auf das Niveau des Vorjahres gestiegen. Dies gebe zumindest Anlass zur Hoffnung auf eine Trendwende im Mai, sagte Start-Sprecherin Dorothea Hohn. Start Amadeus deckt nach eigenen Angaben gut 80 Prozent der über Reservierungssysteme gebuchten Reisen ab.

Mai entscheidet über Trendwende in der Touristik

"In der Touristik ging es seit den Diskussionen um den Irak-Krieg ab Mitte Januar Woche für Woche nur bergab. Die vorige April-Woche ist die erste, in der es wieder deutlich bergauf geht", sagte Hohn. Ob sich damit die von der Touristikbranche ersehnte Trendwende abzeichnet, stehe aber noch nicht fest. Dies werde sich in den kommenden beiden Mai-Wochen entscheiden.

Dennoch gilt es in der Reisebranche derzeit noch als unsicher, ob der deutsche Markt in diesem Jahr das schon schwache Niveau des Vorjahres erreichen werde. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) sprach am Mittwoch allerdings ebenfalls von "einem Hoffnungsschimmer". "Wir spüren seit Ende des Irak-Krieges eine deutliche Geschäftsbelebung", sagte DRV-Sprecher Christian Boergen. "Aber das ist noch nicht die Trendwende. Dennoch gehen wir weiter von einem Nachholeffekt aus, so dass das Niveau des Vorjahres erreicht oder sogar leicht übertroffen werden kann."

Die beiden führenden europäischen Reisekonzerne TUI und Thomas Cook hatten zuletzt Anfang März ihre Rückstände bei den gebuchten Umsätzen für Deutschland auf mehr als zehn Prozent beziffert, konzernweit allerdings etwas geringer. Beide Konzerne haben auf Grund der anhaltenden Reiseflaute ihre Sparprogramme für 2003 erheblich ausgeweitet. Tui will konzernweit 2000 Stellen abbauen. Thomas Cook-Chef Stefan Pichler hatte am Dienstag angekündigt, den geplanten Stellenabbau in diesem Jahr von 600 auf 1200 zu verdoppeln.

Rewe Pauschaltouristik nur ein Prozent im Minus

Die Nummer drei auf dem deutschen Markt, die LTU Touristik als Pauschalveranstalter-Gruppe des Rewe-Handelskonzerns mit den Marken Tjaereborg, ITS und Jahn Reisen, vermeldete am Mittwoch nur ein Umsatzminus von einem Prozent für das laufende Geschäftsjahr. In dieser Woche lägen die Buchungseingänge zweistellig über dem Vorjahr, sagte eine Sprecherin. Wesentlicher Grund sei der gute Verkauf der Preiswert-Marke Tjaerborg.

Tui will am kommenden Mittwoch zur Bilanzpressekonferenz aktuelle Buchungszahlen vorlegen. Außerdem will Tui kommende Woche eine dritte Billigmarke neben 1-2-Fly und Berge und Meer präsentieren. Die seit dem Kriegsende wieder im Kurs steigende TUI-Aktie legte am Mittwoch erneut um 3,5 Prozent auf knapp 12,85 Euro zu.

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