Start auf den 31. Oktober verschoben
Raumstation ISS muss noch auf Bewohner warten

Die erste dauerhafte Besatzung muss noch bis zum 31. Oktober auf den Start warten. Der Grund dafür sind technische Probleme.

afp MOSKAU/WASHINGTON. Die erste dauerhafte Besatzung kann erst einen Tag später zur internationalen Raumstation ISS starten als bislang geplant. Die russische Weltraumbehörde gab am Donnerstag die Verschiebung des Starts auf den 31. Oktober bekannt. Grund dafür seien technische Probleme. Die Mission der russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow sowie ihres US-Kollegen William Shepherd sei durch die Verschiebung jedoch nicht gefährdet, betonte ein Sprecher. Astronauten des US-Raumfähre Discovery, die die ISS derzeit bezugsfertig machen, führten in der Nacht bei ihrem vierten und letzten Weltraumspaziergang weitere Arbeiten an der Station durch. Das Schicksal der veralteten russischen Raumstation Mir dürfte sich unterdessen offenbar bald entscheiden. Nach Angaben der russischen Weltraumbehörde wird die Mir "sehr wahrscheinlich" zerstört.

Schwierigkeiten begründet in höherer Umlaufbahn

Die Verschiebung des Starts zur ISS hänge damit zusammen, dass das Discovery-Team die Raumstation in eine höhere Umlaufbahn befördert habe, betonte der Sprecher. Deshalb könne die russische Sojus-Rakete, mit der die Dauerbesatzung Ende des Monats zur ISS fliegen soll, nicht zum ursprünglich vorgesehenen Termin andocken. Zudem sei auch die Discovery, die die ISS bei ihrer elftägigen Mission endgültig bezugsfertig machen soll, mit sechstägiger Verspätung gestartet. Die dreiköpfige russisch-amerikanische Mannschaft soll vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus zur ISS starten. Sie wird bis Februar 2001 an Bord der Weltraumstation bleiben, bis sie ein US-Shuttle wieder zur Erde zurückbringt.

"Alte Mir" soll abstürzen

Ein Sprecher der russischen Weltraumbehörde sagte dem Privatsender NTW unterdessen, Russland habe weder die technischen noch die finanziellen Mittel, um die 14 Jahre alte Mir weiter zu betreiben. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Regierung entscheiden werde, sie zum Absturz zu bringen. Bereits in der Vergangenheit hatte Russland mehrfach angekündigt, dass es zu einer finanziellen Beteiligung an beiden Weltraumstationen - der Mir und der ISS - nicht in der Lage sei. Die ISS besteht bisher aus dem russischen Wohnmodul Swesda, dem russischen Modul Saria sowie der US-Andockstelle Unity. Die Raumstation soll 2005 aus rund 100 Einzelteilen fertiggestellt sein. Das voraussichtlich bis 2013 einsatzbereite Weltraumlabor wird dann insgesamt 108 Meter lang und 74 Meter breit sein sowie 450 Tonnen wiegen. 16 Nationen beteiligen sich an dem Projekt.

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