Start des Web-Marktplatzes Steel 24-7: Europas Stahlkonzerne nehmen neuen Anlauf

Start des Web-Marktplatzes Steel 24-7
Europas Stahlkonzerne nehmen neuen Anlauf

Die führenden Stahlhersteller Europas vertreiben ihre Produkte künftig auch über einen gemeinsamen Onlinemarktplatz namens Steel 24-7.

ost BRÜSSEL. "Das Internet wird die Stahlindustrie revolutionieren", gab sich Honi Sethna, kommissarischer Chef der Plattform, beim offiziellen Start des Projektes in Brüssel sicher. Steel 24-7 ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Thyssen Krupp Steel, der luxemburgischen Arbed, der spanischen Aceralia, der französischen Usinor und der britisch-niederländischen Corus. Gemeinsam haben sie nach eigenen Angaben 15 bis 20 Mill. Euro in das Projekt investiert.

Der zur Schau getragene Optimismus verwundert ein wenig: Steel 24-7 ist bei weitem nicht der erste Versuch, eine Onlineplattform für die Stahlbranche zu etablieren. Etliche Startups, die in den vergangenen Jahren gegründet wurden, sind inzwischen schon wieder vom Markt verschwunden. Doch Steel 24-7 rechnet sich gute Überlebenschancen aus: "Wir haben starke Partner im Rücken, die für die nötige Liquidität sorgen werden", sagte Sethna. Bis zu einem Drittel ihres gesamten Umsatzes von jährlich insgesamt 80 Mill. t Rohstahl wollen die Konzerne langfristig online abwickeln, hieß es am Rande der Veranstaltung.

Stahl-Transaktionen sollen aber nur eine Säule von Steel 24-7 sein. Über die Plattform könnten die Unternehmen zudem ihre Lieferkette besser steuern. So könnten Kunden den Status ihrer Order im Web genau verfolgen.

E-Business werde zu deutlichen Kostensenkungen führen - sowohl bei den Stahlproduzenten als auch bei den Kunden, verspricht Steel 24-7. Denn das Web erleichtere die internen Abläufe. So landeten etwa künftig die Bestellungen elektronisch in den jeweiligen Warenwirtschaftssystemen.

Zudem hoffen die Konzerne, die Produktion besser auf die Nachfrage abstimmen zu können, um so Lagerbestände und gebundenes Kapital zu reduzieren. Jürgen Nusser, Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Stahlhandel, bezweifelt allerdings die Vorteile: "Die Stahlmärkte sind ziemlich klein, da kennt jeder jeden." Nusser hält es für "aberwitzig", dass "Konzerne einerseits Millionen investieren, um Alleinstellungsmerkmale zu erhalten und andererseits ihre Produkte auf einer gemeinsamen Plattform vertreiben wollen". Der Stahlhandel wäre einer der Verlierer, wenn der Online-Marktplatz funktionieren sollte.

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