Start im Frühjahr
Hochtief-Konsortium übergibt Flughafen Athen

dpa-afx ESSEN/ATHEN. Ein Konsortium unter Führung des Essener Baukonzerns Hochtief hat am Samstag den neuen Großflughafen "Eleftherios Venizelos" in Athen übergeben. Der unter Beteiligung von privatem Kapital finanzierte Airport der griechischen Hauptstadt ist das bislang größte Auslandsprojekt in der Geschichte des Essener Unternehmens.

Nach einem fünfmonatigen Probebetrieb soll der neue Flughafen pünktlich zum Start der Sommersaison am 1. März 2001 mit einer Kapazität von jährlich zunächst 16 Mill. Passagieren in Betrieb gehen. Durch einen weiteren Ausbau kann die Kapazität bis auf 25 MIo. Passagiere jährlich gesteigert werden. Bis zum Betriebsbeginn muss die griechische Regierung jedoch noch eine geplante Schnellstraße zu dem rund 25 Kilometer östlich des Athener Stadtzentrums gelegenen Flughafen fertig stellen.

Der neue Flughafen, der weitere 25 Jahre von einer Gesellschaft unter Beteiligung des deutschen Baukonzerns betrieben werden soll, war nach 51 Monaten Bauzeit fünf Monate vor dem vereinbarten Termin mit Kosten von rund 1,67 Mrd.. Euro (3,26 Mrd.. DM) fertig gestellt worden. Das Großprojekt sei weltweit das bislang einzige Beispiel für eine Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor im Flughafenmarkt, bei dem Bau und Betrieb aus einer Hand kommen, so Hochtief.

"Für Hochtief ist dieser Flughafen mehr als nur ein großes Bauprojekt. An diesem Flughafen wird deutlich, was wir meinen, wenn wir davon sprechen, dass wir einer der führenden Airport Manager werden wollen", sagte Hochtief-Vorstandschef Hans-Peter Keitel in Athen.

Der Zuschlag für den Flughafen Athen im Jahr 1995 sei der "entscheidende Durchbruch" im Airport-Geschäft des Unternehmens gewesen, berichtete Hochtief-Vorstandsmitglied Karl Rönnberg. An dem Bau des Großprojekts waren neben Hochtief auch die Unternehmen ABB (Mannheim) und Krantz TKT (Bergisch-Gladbach) beteiligt.

Der Essener Baukonzern plant und baut bereits seit 40 Jahren Flughäfen und ist auf diesem Gebiet weltweit einer der Marktführer, berichtete Rönnberg. Mit dem 1981 eingeweihten Flughafen Jeddah in Saudi-Arabien habe Hochtief erstmals einen Flughafen schlüsselfertig errichtet. Anfang der 90er Jahre sei das Unternehmen für den Bau des Flughafens Warschau verantwortlich gewesen.

In Deutschland will sich Hochtief neben der Beteiligung am Flughafen Düsseldorf auch an den Flughäfen in Hamburg und möglicherweise auch in Köln/Bonn engagieren. Im internationalen Geschäft ist das Unternehmen für weitere Flughafenprojekte in Indien, Mexiko und Portugal im Gespräch. Bei der Vergabe des neuen Großflughafens Berlin war Hochtief aus dem Bewerberkreis jedoch wieder ausgeschlossen worden. Dagegen hat das Unternehmen Beschwerde vor dem Oberlandesgericht in Brandenburg eingelegt.

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