Start unter neuem Sendernamen am 11. November
Kirch will bei TM3 einsteigen

Nach Angaben des Chefs der Münchner Landesmedienanstalt, Wolf-Dieter Ring, steht einer Beteiligung der Kirch-Gruppe an TM3 nichts im Wege

AFX MÜNCHEN - Der Kirch-Konzern steht vor dem Einstieg bei TM3. Der ehemalige Champions-League-Sender, der dem Medienzaren und Kirch-Partner Rupert Murdoch gehört, soll als Unterhaltungskanal künftig TV und Internet miteinander verknüpfen. Eine Sprecherin des Münchner Senders bestätigte am Freitag, dass TM3 unter einem neuen Sendernamen am 11. November sein Programm starten will.

Die für den Privatfunk zuständige bayerische Landesmedienanstalt in München hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Leo Kirch mit Murdochs News Corporation über einen Einstieg spreche. Murdoch, seit April alleiniger Besitzer von TM3, ist seit letzten Dezember an Kirchs Pay-TV-Sender Premiere World beteiligt. Die Champions-League- Rechte, die sich für TM3 als großes Verlustgeschäft erwiesen, hat Murdoch für die kommende Saison an den Kölner Privatsender RTL und an Premiere World weiter verkauft.

Nach Angaben des Chefs der Münchner Landesmedienanstalt, Wolf-Dieter Ring, steht einer Beteiligung der Kirch-Gruppe an TM3 nichts im Wege. Der TV-Marktanteil des Kirch-Konzerns (SAT.1, ProSieben , Kabel 1, N24, Deutsches Sportfernsehen) erreiche mit TM3 knapp 28% und liege damit noch unter der für die Medienkonzentration bedenklichen Grenze von 30%. Der Marktanteil von TM3, das 1995 als Frauensender startete, beträgt derzeit etwa 1,0%.

Der Sender will künftig speziell Magazine und Sendungen wie Single-Shows, die leicht ins Internet übertragbar sind, fortsetzen und weiter entwickeln. Außerdem könnte er vom großen Programmstock des Kirch-Konzerns an Spielfilmen profitieren. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag soll das neue Programm von einem Produzenten mit dem Namen Sun TV hergestellt werden. Eine TM3-Sprecherin wollte jedoch nicht bestätigen, dass der Sender künftig auch unter dem Namen Sun TV firmieren werde.

Die Landesmedienanstalt kündigte am Donnerstag jedoch zugleich Widerstand gegen den Plan Kirchs an, den Sitz des im Januar gegründeten Nachrichtensenders N24 von München nach Berlin zu verlegen. Die Lizenz für N24 sei auch mit der Erwartung erteilt worden, N24 in Bayern zu halten, sagte Ring. Auch wenn Berlin als Regierungssitz für den Sender eine besondere Stellung einnehmen müsse, sollte ein Sitz des Senders mit entsprechenden personellen und redaktionellen Ressourcen auch in München sein.

Kirch hatte erst Ende Juni angekündigt, dass der ProSieben-Konzern und SAT.1 zur ProSiebenSAT.1Media AG fusionieren. N24 soll für alle Sender künftig die Nachrichten liefern.

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