Start von Repower könnte für Deutschland Initialzündung sein
Geschäft mit Börsengängen erwacht

Testläufe in den USA und Großbritannien sind erfolgreich verlaufen, nun könnte weltweit der Run auf frische Aktien beginnen. Die Stimmung gegenüber Börsenkandidaten hat sich aufgehellt, konstatieren Experten.

hof FRANKFURT/M. Doch noch dominiere bei vielen Anlegern die Vorsicht. Chancen werden von den Investmentbanken vor allem großen, soliden Unternehmen eingeräumt. Eine Welle von kleineren Börsengängen, wie sie das Bild bis Mitte 2000 geprägt haben, wird nicht erwartet.

Für Deutschland, wo die Hoffnung durch den Verkaufserfolg der am Dienstag am Neuen Markt startenden Repower-Aktien genährt wurde, fällt damit der Ausblick etwas gedämpfter aus als für die konkurrierenden Finanzmärkte. Nachdem die Deutsche Telekom den Börsenstart von T-Mobile kürzlich auf unbestimmte Zeit verschoben hat, stehen hier zu Lande keine Großemissionen unmittelbar bevor.

Von der besseren internationalen Stimmung wird mittelfristig jedoch auch die deutsche IPO-Landschaft profitieren, glaubt Stephan Sturm, Co-Leiter Investment Banking von CSFB Deutschland. Es sei eindeutig ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, "doch das Ende des Tunnels ist noch weit und das Licht erst schwach". Auch Michael M. Bednar, Managing Director bei UBS Warburg, sieht die erfolgreichen Börsenstarts der vergangenen Woche als "positiven Trendindikator". Er geht aber davon aus, dass insbesondere der deutsche Markt "seine volle Aufnahmebereitschaft noch nicht wieder erlangt hat".

In den letzten Tagen hatten der Versicherer Travelers und der Hersteller von Augenpflegemitteln Alcon in den USA sowie der Minenbetreiber Xstrata in London Aktien im Wert von insgesamt rund 9,5 Mrd. Euro erfolgreich platziert. Davor hatten die Banken nach Berechnungen von Credit Suisse First Boston in diesem Jahr bei Börsengängen erst Papiere mit einem Volumen von gut 6 Mrd. Euro an Investoren gebracht. In Europa und den USA lag die Zahl der Börsengänge 2002 nach den Aufzeichnungen der Statistiker von Dealogic bislang bei 45 im Vergleich zu 111 im Vorjahr.

Erster Lichtblick in Deutschland ist die am Dienstag am Neuen Markt startende Repower AG. Der Windenergiespezialist hatte am Freitag eine fünffache Überzeichnung der Emission gemeldet. Knapp 95 Mill. Euro wird der Börsengang der Firma einbringen. Die Preise im vorbörslichen Handel, die als Indikatoren für die Erstnotiz gelten, lassen jedoch keine Aufbruchstimmung erkennen. So meldete der Börsenmakler Schnigge am Montag Kurse, die um den Emissionskurs von 41 Euro pendelten. Repower ist das erste Unternehmen seit dem Sommer 2001, das den Sprung an den Neuen Markt wagt.

Dass die Stimmung hier zu Lande vergleichsweise gedämpft ist, führt Jochen Großmann, Emissionexperte bei der Commerzbank, auf die noch junge und damit anfälligere Aktienkultur zurück: "Zu viele haben sich die Finger verbrannt." Doch auch in Deutschland ist das Interesse wieder erwacht, bestätigt die Deutsche Börse AG, bei der zuletzt mehrere Firmen zur Zielgruppenprüfung vorstellig wurden. Das ist die erste Hürde auf dem Weg zum Neuen Markt.

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