Startschuss für die Autobranche in Detroit
Autoshow im Gegenwind der Konjunktur

Ganz im Zeichen der Konjunkturabschwächung in der Automobilindustrie steht in diesem Jahr die Auto Show in Detroit. Mit diesem Ereignis startet die Branche traditionell in das neue Autojahr. Diesmal sind die Prognosen eher düster.

dpa DETROIT. Branchenexperten rechnen mit einem Rückgang der Neuzulassungen auf unter 16 Mill. Fahrzeuge. Im Jahr 2001 lag die Zahl mit geschätzt 17,1 Mill. nur knapp unter dem Rekordjahr 2000 mit 17,4 Mill. - allerdings teuer erkauft durch auch für den US-Markt ungewöhnliche hohe Rabatte und zinslose Darlehen. Da diese Sondermaßnahmen jetzt auslaufen, wird im Frühling mit einem Einbruch der Zulassungen gerechnet.

Die deutschen Hersteller reisen dennoch recht optimistisch in das Herz der US-Automobilindustrie. Die Autos "made in Germany" zählen zum gehobenen Segment und sind deshalb weniger konjunkturanfällig. Bislang hat nur Porsche seit dem September deutliche Absatzrückgänge hinnehmen müssen, aber auch dort zeigte die Kurve zum Jahresende schon wieder leicht nach oben. Die Zuffenhausener werden auf ihrem Hauptmarkt USA die neuen 911-Varianten wie den Targa und den Carrera 4 S vorstellen.

Bei BWM steht das neue Flaggschiff, die Siebener-Reihe, im Mittelpunkt, die ihre US-Premiere feiert. Mercedes-Benz stellt die Studie der sportlichen Großraumlimousine GST (Grand Sports Tourer) vor, von der Experten glauben, dass sie schon bald in den USA im Werk Tuscaloosa in ähnlicher Form produziert werden soll. Außerdem feiert der Sportwagen SL seine offizielle USA-Premiere. VW stellt eine Offroad-Designstudie mit dem Schwerpunkt Innenraumgestaltung vor und bringt als US- Premiere den Passat W 8 nach Detroit. Audi zeigt sein A 4 Cabrio und die aus Frankfurt bekannte Studie Aventissimo.

Rund 50 Marken der amerikanischen Autobauer, der in den USA besonders erfolgreichen Japaner und Koreaner sowie der europäischen Exporteure werden auf der "North American International Auto Show" präsentiert.

Als einziger großer Zulieferer und erstmals in Detroit ist die ZF Friedrichshafen AG präsent. Damit will der Spezialist für Getriebe und Fahrwerkstechnik signalisieren, wie wichtig der amerikanische Markt für ihn geworden ist. Für das Publikum ist die erste große Automesse des Jahres vom 12. bis 21. Januar geöffnet. Die Veranstalter haben angekündigt, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen vor und hinter den Kulissen massiv verstärken werden.

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