Startschuss gefallen
Der Euro rollt auf Europas Straßen

Der Euro ist unterwegs. Seit Anfang September versorgen sich die Kreditinstitute und ihre Geschäftskunden mit Euro-Bargeld. Mit der flächendeckenden Vorabausstattung treten die Vorbereitungen für die Euro-Bargeldeinführung in die letzte und entscheidende Phase.

HANDELSBLATT, 4.9.2001 mak FRANKFURT/M. Der Euro ist unterwegs. Seit Anfang September versorgen sich die Kreditinstitute und ihre Geschäftskunden mit Euro-Bargeld. "Mit der flächendeckenden Vorabausstattung treten die Vorbereitungen für die Euro-Bargeldeinführung in die letzte und entscheidende Phase", erklärte Edgar Meister, Mitglied des Direktoriums der Bundesbank, bei einer Pressekonferenz zur Euro-Einführung in Deutschland. Schon jetzt zeichne sich ab, dass von der Möglichkeit des so genannten "Frontloadings" im gewünschtem Umfang Gebrauch gemacht werde.

Bargeldeinführung des Euros von Instituten angenommen

Während der Frontloadingphase vom 1. September bis zum 31. Dezember 2001 erhalten die deutschen Banken und Sparkassen rund 2,6 Mrd. Banknoten im Wert von 60 Mrd. sowie 10,8 Mrd. Münzen im Wert von 3,6 Mrd. . Das Kreditgewerbe habe damit mehr als doppelt so viele Euro-Münzen bestellt, wie dies ursprünglich die Bundesbank und auch die Kreditwirtschaft erwartet hätten, erläuterte der Vorsitzende des Zentralen Kreditausschusses, Dietrich H. Hoppenstedt. Die erhöhte Abforderung von Bargeld zeige, dass das "gemeinsame Konzept für die Bargeldeinführung" von den Instituten angenommen werde. Rund 10 % der an das Kreditgewerbe gelieferten Euro würden vorab an den Handel und andere bargeldorientierte Unternehmen weitergegeben.

Um die Modalitäten der Euro-Versorgung zu vereinbaren, hätten die Kreditinstitute mit ihren Geschäftskunden Kontakt aufgenommen, führte Hoppenstedt aus. Mit den größeren Handelsketten seien dabei vielfach schon konkrete Ablaufpläne und Verträge geschlossen worden. Hier finde die Ausstattung mit Euro-Münzgeld häufig im Oktober und November statt, die Ausstattung mit Euro-Noten dagegen erst im Dezember.

Kleine Unternehmen warten bis zum Jahreswechsel

Viele kleine und mittlere Unternehmen hätten mitgeteilt, dass sie sich erst kurz vor oder zum Jahreswechsel 2001/2002 mit Euro-Bargeld ausstatten würden, da sie nicht über geeignete Lager oder Tresorkapazitäten verfügten. "Wir stellen aber auch fest, dass noch einige Unternehmen keine Reaktionen auf unsere Anfragen gezeigt haben", klagte Hoppenstedt. Er appellierte an diese Unternehmen, aktiv mit ihren Firmenkundenberatern die Euro-Bargeldversorgung anzugehen und vor allem den Zeitpunkt für die Ausstattung zu besprechen.

Meister zufolge bezieht sich die erhöhte Nachfrage nach Euro-Bargeld nicht nur auf Münzen, sondern auch auf Noten in kleiner Stückelung. Gegenüber der ursprünglichen Produktionsmenge habe die Bundesbank daher einen zusätzlichen Druckauftrag für 360 Millionen 5- -Noten und 90 Millionen 10- -Noten erteilt. Diese würden allerdings sukzessive bis zum Ende der Frontloadingphase gedruckt und ausgeliefert. Zeitliche Engpässe seien nicht zu erwarten.

Neben dem Frontloading trage das "Schlafmünzen-Finale" einscheidend zu einem glatten Übergang von der D-Mark zum Euro bei, sagte Meister. Das Schlafmünzen-Finale ist die Fortsetzung der Werbekampagne "Her mit den Schlafmünzen", mit der die Bundesbank bis Ende Juli von den Bürgern 3,6 Mrd. DM-Münzen eingesammelt hat. Die Aktion läuft vom 10. September bis zum Weltspartag am 30. Oktober. Sie soll den Teil der Bevölkerung aktivieren, der sich bisher noch nicht von seinen gesammelten DM-Münzen trennen konnte.

Medienkampagne führt Bevölkerung an den Euro

Nicht nur die logistischen Herausforderungen der Umstellung der D-Mark auf den Euro gelte es zu bewältigen, erklärte Bundesbankpräsident Ernst Welteke. Jetzt komme es vor allem darauf an, die Bevölkerung mit den Merkmalen des Euro-Bargelds und den Umstellungsmodalitäten vertraut zu machen. Für die Umsetzung einer breit angelegten Medienkampagne des Eurosystems sei in Deutschland die Bundesbank verantwortlich. Der Schwerpunkt liege im TV-Bereich. Zusätzlich sei eine Anzeigenkampagne vorgesehen.

Das Eurosystem werde zudem eine achtseitige Informationsbroschüre mit Details zu den Euro-Banknoten und-Münzen herausgeben. Für Deutschland sei ein Kontingent von 60 Millionen vorgesehen, sagte Welteke.

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