Startups
Neue Gründerzeit

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Zehn Wochen hat Gadowski, 29, bei Mundwerk in Berlin Spracherkennungssysteme mitentwickelt. Seine Nachfolger dort haben es auch schon zu etwas gebracht: StudiVZ-Mitgründer Michael Brehm und MyVideo-Gründer Christian Vollmann. Mundwerk ist inzwischen verkauft. Gadowski gründete 2002 den Internet-T-Shirt-Laden Spreadshirt und traf damit einen Nerv. Menschen können online T-Shirt-Motive entwerfen, und Spreadshirt bedruckt die Hemden. Das Startup beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und fährt einen zweistelligen Millionen-Umsatz ein.

Viele basteln auch schon während der Unizeit an einem Unternehmen. Die WHU Otto Beisheim School of Management etwa hat sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Gründer-Brutstätte entwickelt. Auch weil das Institut 2000 einen exzellenten Lehrstuhl für Unternehmertum einrichtete. Hier messen die Studenten ihre Geschäftsideen in Wettbewerben und laden Gründer zu Gesprächen ein. An der WHU studierten unter anderem StudiVZ-Mitgründer Michael Brehm, der Chef der Videoplattform MyVideo Christian Vollmann und der bereits etablierte Onvista-Mitgründer Michael Schwetje.

Gab es Mitte der Neunzigerjahre in Deutschland noch keinen Lehrstuhl für Entrepreneurship, sind es heute bereits über 60. Und überall drängen die Studenten in die Vorlesungen. Sie wollen lernen, wie man Geschäftspläne schreibt, wie man eine Marke aufbaut und was bei der Finanzierung eines Startups zu beachten ist. An diesen Lehrstühlen wird eine vollkommen neue Gründergeneration herangezüchtet: bestens ausgebildet und kreativ, aber nicht zu theoriebelastet.

Gründer wie Gerald Schönbucher, 29, Jan Miczaika, 27, und Andre Alpar, 31. Tagsüber arbeiteten sie als Assistenten am Lehrstuhl für Unternehmertum an der WHU, nachts setzten sie die Theorie in Praxis um: Ihr Unternehmen heißt Hitflip. Gegen Gebühr kann dort jeder Bücher, CDs und DVDs tauschen. Der erste Investor bot ihnen schon nach wenigen Wochen Millionen. Doch das war ihnen zu früh: "Wir wollten erst sehen, ob unser Hitflip funktioniert", sagt Alpar. Diese Vorsicht ist das genaue Gegenteil der New Economy: Damals hat man erst Investorengelder gesammelt und dann geschaut, ob die Idee ankommt.

Hitflip kam an. Als sich die Nutzerzahlen alle paar Monate verdoppelten, räumten die drei Freunde ihren Schreibtisch in der WHU, heuerten Mitarbeiter an und zogen in ein kleines Büro nach Köln. An guten Tagen gewinnt Hitflip inzwischen mehr als 1000 neue Kunden, 150 000 sind es insgesamt. Und vor wenigen Wochen hat das Trio den britischen Konkurrenten Swopex übernommen. Mindestens zehn Mitarbeiter wollen sie dieses Jahr noch einstellen - 25 sitzen bereits dicht gedrängt an den schwarzen Ikea-Tischen ihres Büros.

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