Statistik
Bahnunfälle seit Jahren rückläufig

Mehr als zwei Mrd. Fahrgäste zählte die Deutsche Bahn AG im vergangenen Jahr. Züge gelten als besonders sicher für den Weg zur Arbeit, in die Schule oder in den Urlaub.

dpa HAMBURG. Schwere Unfälle mit vielen Verletzten wie der Zusammenstoß zweier Züge am Donnerstag nahe Lindau (Bayern) weist die Statistik eher selten aus, auch wenn viele Menschen noch die Bilder von der Katastrophe in Eschede vor Augen haben. Bei dem zweitschwersten Zugunglück in der deutschen Nachkriegsgeschichte waren am 3. Juni 1998 in dem kleinen Ort nahe Celle (Niedersachsen) 101 Menschen gestorben, als mehrere Waggons des ICE 884 München-Hamburg an einer Straßenbrücke zerschellten.

Insgesamt ist der Statistik zufolge die Zahl der Bahnunfälle, bei denen Reisende, Zugpersonal oder Dritte zu Schaden kamen, in den 90er Jahren zurückgegangen: Von 1495 Unfällen mit 319 Toten und 1530 Verletzten im Jahr 1991 auf 946 Unfälle mit 250 Toten und 1155 Verletzten im Jahr 1999. Seit Mitte der neunziger Jahre ist das Eisenbahnbundesamt (EBA) für die Untersuchung von "Störungen im Eisenbahnverkehr" zuständig, eine dem Verkehrsministerium nachgeordnete Behörde. Strafrechtliche Ermittlungen sind Sache der Justiz.

So muss sich derzeit in Köln der Lokführer des Nachtexpress Amsterdam-Basel vor Gericht verantworten, weil sein Zug am 6. Februar 2000 in Brühl bei Köln zu schnell in eine Baustelle fuhr und entgleiste. Neun Menschen starben, etwa 150 wurden verletzt. Bei vielen Unfällen spielen auch Güterzüge eine Rolle: So löste sich am 5. Juli 1997 in Neustadt (Hessen) ein sechs Tonnen schweres Metallrohr von einem Güterzug, bohrte sich in einen entgegenkommenden Regionalexpress und schlitzte einen Waggon der Länge nach auf. Sechs Passagiere starben.

Auch an Bahnübergängen lauern Gefahren. Straßen und Schienenwege kreuzen sich in Deutschland mehr als 40 000 Mal. Alljährlich kommt es an diesen kritischen Punkten zu zahlreichen Unfällen. Allein am 22. Juni 2001 wurden bei zwei Unfällen innerhalb weniger Stunden in Bayern sieben Menschen getötet und 43 verletzt: Im schwäbischen Tapfheim war das Auto einer vierköpfigen Familie an einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Regionalzug zerfetzt worden. Elf Stunden zuvor war im oberpfälzischen Vilseck ein Regionalexpress mit einem Laster der US-Armee kollidiert - drei Menschen kamen ums Leben.

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