Statistik spricht in den USA für den Weltmeister
Schaut auf diesen Motor

Mit noch mehr PS will BMW-Williams Michael Schumacher und Ferrari beim Formel-1-Rennen in Indianapolis stoppen.

BERLIN. Sam Michael gilt in der Formel-1-Szene nicht als Mann markiger Worte. Der leitende Ingenieur von BMW-Williams, dem Rennstall des derzeitigen WM-Zweiten Juan Pablo Montoya, arbeitet lieber im Hintergrund. Wenn sich der Brite aber doch mal in der Öffentlichkeit äußert, wie vor dem Großen Preis der USA in Indianapolis am Sonntag, dann kann nur Kalkül der Grund dafür sein. So ließ Sam Michael nach den Tests in der vergangenen Woche in Silverstone verlauten: "Wir haben einige mechanische Verbesserungen erarbeiten können, wir sind happy." BMW-Sportchef Mario Theissen wurde noch deutlicher. "Wir haben für die entscheidenden Rennen etwas mehr Leistung freigegeben", sagte er. Die Kampfansage an Ferrari für die WM-Läufe in den USA und zum Saisonabschluss in Suzuka konnte nicht klarer ausfallen. Von 920 PS soll der BMW-Motor nun angetrieben werden. Bisher waren es rund 900 PS.

Ob Ferrari, vor allem aber Michael Schumacher, sich davon beeindrucken lässt, darf bezweifelt werden. Nicht weniger euphorisch waren zuletzt die Nachrichten von den Tests des fünfmaligen Weltmeisters, der sich in Jerez vorbereitet hat. "Die Runden in Spanien waren nützlich, weil die Strecke auf einigen Pistenabschnitten den Passagen von Indianapolis nahe kommt", sagte WM-Spitzenreiter Schumacher und kündigte mit Blick auf den Grand Prix der USA an: "Ich möchte dort meinen ersten Matchball nutzen." Michael Schumacher, der in der WM-Gesamtwertung nach 14 der 16 Rennen drei Punkte vor Juan Pablo Montoya im BMW-Williams und sieben vor Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes liegt, könnte auf dem Kurs mit der einzigen Steilwandkurve in der Formel 1 seinen sechsten Titel sichern. Ein Sieg könnte dann den Zweikampf mit Montoya beenden, wenn der Kolumbianer bestenfalls Sechster und Räikkönen maximal Dritter wird oder die beiden Kontrahenten ausscheiden. Ansonsten entscheidet das Rennen in Suzuka.

Die Statistik spricht in den USA eindeutig für Michael Schumacher: drei Polepositions, ein Sieg und zwei zweite Plätze. Genau genommen wären es sogar zwei Siege gewesen, denn das letztjährige Rennen verlor Schumacher durch einen internen Ferrari-Patzer. Michael Schumacher hatte überlegen geführt und in der letzten Runde auf seinen Team-Kollegen Rubens Barrichello gewartet, um mit ihm parallel die Ziellinie überqueren zu können. Doch das war schief gegangen, Barrichello war plötzlich um Sekundenbruchteile vorn. Einmal mehr in der vergangenen Saison fühlten sich die Formel-1-Fans verschaukelt. Kapriolen dieser Art gab es 2003 von Michael Schumacher und Ferrari nicht zu erleben, auch deshalb nicht, weil es über die gesamte Saison hinweg im WM-Kampf spannend zuging. Vergessen ist dieser peinliche Akt von vor einem Jahr dennoch nicht. Die größte Unterstützung in den USA wird diesmal der Kolumbianer Montoya haben.

Montoya lobt deshalb auf PR-Terminen den Kurs und die Fans: "Der Kurs weckt sehr gute Erinnerungen in mir. In erster Linie natürlich an den Sieg bei den Indy 500 im Jahr 2000, aber auch an meine Zeit in der Cart-Serie, weil mein Team in Indianapolis ansässig war. Die Atmosphäre mit der Musik und den gewaltigen Tribünen, voll mit Fahnen schwenkenden Menschen, ist einfach großartig", sagt Montoya. Er sei sicher, dass wieder viele Kolumbianer anreisen würden, um ihn anzufeuern, "Indy ist eine Art Heimrennen für mich."

In Schumachers Vorbereitungen spielte die schnelle Akklimatisierung eine besondere Rolle. Ferrari ist schon frühzeitig in die USA geflogen. "Wir sind seit dem vergangenen Wochenende in Amerika, so dass die Zeitumstellung keine Auswirkungen auf meinen Körper mehr haben wird", verriet Michael Schumacher. Der 34-Jährige geht nicht davon aus, dass seine große Erfahrung in engen WM-Kämpfen ein Vorteil gegenüber Montoya und Räikkönen sein könnte. "Der Wettbewerb ist so eng, da kann es von der Tagesform abhängen, wer am Ende vorn steht."

Glaubt man der Ferrari-Homepage, dann kann das nur Michael Schumacher sein. Unter den Fahrerbiografien wurde er Anfang vergangener Woche bereits als sechsmaliger Champion geführt. Juan-Pablo Montoya und BMW-Williams dürften nun noch eine zusätzliche Motivation haben. Dazu äußerte sich Sam Michael aber nicht.

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