Statt 6 Millionen Mark Gewinn wird Verlust von 8 Millionen erwartet
Camelot warnt vor desaströsem Quartalsergebnis

Der am Neuen Markt gelistete Call-Center Camelot AG-Betreiber ist in eine Vertrauenskrise gestürzt, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisprognose für 2001 erneut nach unten korrigieren musste. Eine Sprecherin des Bundesaufsichtsamtes für den Wertpapierhandel (BAWe) kündigte eine Voruntersuchung des Handels an.

dpa-afx/rtr MÜNCHEN. Der am Neuen Markt notierte Kommunikations- dienstleister Camelot hat für das laufende Geschäftsjahr 2001 die Umsatz- und Ebit-Prognosen erneut nach unten korrigiert. Nach einem schwachen ersten Quartal werde statt eines Gewinns vor Steuern von sechs Mill. DM nun im Jahr 2001 ein Verlust von acht Mill. DM erwartet, berichtete das Unternehmen am Freitag in München. Der Umsatz werde mit rund 45 Mill. DM etwa 15 Mill. DM unter den ursprünglichen Planungen liegen. Camelot begründete den Rückgang unter anderem mit einem geplatzten Großauftrag.

Im Januar hatte Camelot das Ebit-Ziel für 2001 noch mit 3,5 Millionen Euro beziffert, beim Börsengang am Neuen Markt im Herbst sogar noch mit 4,7 Millionen Euro.
Vorstandschef Thomas Zacharias sagte am Freitag in einer Telefonkonferenz, der für März erwartete Umschwung am Markt sei ausgeblieben. Anlass für die Korrektur der Ziele sei, dass das Ergebnis im ersten Quartal "tendenziell schlechter ausfallen wird als erwartet". Auch für April und für Mai sei noch keine nachhaltige Besserung der Marktlage zu erkennen. "Wir hatten uns auf starkes Wachstum eingestellt", begründete Zacharias die negative Überraschung.

Mitte der Woche sei zudem ein Großauftrag geplatzt, für den Camelot in Berlin bereits Arbeitsplätze und Räume geschaffen habe. Die Deutschland-Tochter eines großen internationalen Telekommunikations-Konzerns, mit dem Camelot bereits lange zusammen arbeite, habe sich entschieden, den Auftrag intern zu vergeben. Das Projekt hätte Camelot nach Angaben von Zacharias deutlich mehr als 15 Millionen DM Umsatz gebracht. Schon vorher hätten sich in den Branchen der Camelot-Kunden, der Finanz- und der Telekommunikationsindustrie, rezessive Tendenzen gezeigt. Im ersten Quartal habe Camelot daher bereits rund 100 Mitarbeiter entlassen, sagte Zacharias. Die Zahl der Beschäftigten werde nun "noch ein wenig nach unten" gehen, sagte er.

Neben einem Kostensenkungsprogramm, dessen Kosten in den revidierten Zahlen bereits enthalten seien, will das Münchener Unternehmen nun die bisherigen Randaktivitäten im Software- und im Dienstleistungsbereich ausbauen, wie Zacharias ankündigte. "Die Zahlen für 2002 werden auf jeden Fall wieder schwarz", sagte der Vorstandschef.

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