Statt 6 Monate werden die Gelder in Zukunft bis zu 24 Monate lang gezahlt
Mehr Kurzarbeitergeld für Fleischindustrie

Die wegen der BSE-Krise angeschlagene Fleischindustrie erhält nach Gewerkschaftsangaben erste Hilfen von der Bundesregierung.

Reuters BERLIN. Man habe die Zusage erhalten, dass Beschäftigte statt bisher sechs Monate künftig bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten können, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, am Montag in Berlin. Wegen des Absatzeinbruchs beim Fleisch arbeiteten zurzeit 4000 Beschäftigte kurz. Etwa 1000 weitere kämen in den nächsten Tagen hinzu. Sollte die Absatzkrise anhalten, seien bis zu 40 000 Stellen bedroht, sagte Möllenberg. Er forderte an Rande der Agrarmesse "Grüne Woche" einen Runden Tisch mit Betrieben, Bauern, Banken und Regierung, um eine Pleitewelle zu verhindern.

Nach Worten Möllenbergs hat sowohl das Arbeits- wie das Verbraucherministerium der Verlängerung der Fristen für das Kurarbeitergeld zugestimmt. Zurzeit seien etwa 100 Betriebe von Kurzarbeit betroffen. Besonders die Lage in Bayern werde sich aber noch dramatisch verschlechtern. Nach seinen Angaben sind in der Fleisch-Industrie bereits 1 000 Stellen von befristet Beschäftigten verloren gegangen.

Gewerkschaft fordert Fonds für Fleischbranche

Möllenberg forderte die Regierung darüber hinaus auf, zusammen mit der Fleischbranche einen Fonds aufzulegen, um das Überleben der Betriebe zu sichern. Möllenberg sagte, es gebe erste Anzeichen, dass Banken die Kreditlinien für die Betriebe kürzen wollten. Die NGG habe deswegen für Dienstag ein Gespräch mit Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) vereinbart. Der NGG-Vorsitzende kritisierte den Lebensmittel-Einzelhandel scharf, der starken Preisdruck auf die Betriebe ausgeübt habe.

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