Statt "Halleluja-Gedröhn"
Udo Lindenberg gibt Konzert für Afghanistan

Der Musiker lädt am Sonnabend in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef in den Hamburger Club Große Freiheit 36.

dpa HAMBURG. Rockmusiker Udo Lindenberg will angesichts der Not leidenden Menschen in Afghanistan kein "scheinheiliges Weihnachtsfest" feiern. "Wir wollen nicht, dass hier das Lametta- Werfen und das Halleluja-Gedröhn abgeht und das eigene Kind reichlich beschenkt wird, aber nicht an die Not leidenden Kinder in Afghanistan gedacht wird", sagte der 55-Jährige am Freitag. Lindenberg lädt deshalb an diesem Sonnabend in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef zu einem Benefizkonzert in den Hamburger Club Große Freiheit 36. Mit auf der Bühne stehen sein Panikorchester, Peter Maffay, Nena und der Düsseldorfer Kinderchor "Die kurzen Hosen"

"Wir machen eine 'Laute Nacht', weil wir keinen Bock auf die Stille Nacht haben. Die Welt ist nicht still und friedlich. Wir wollen keinen falschen Frieden", sagte der Musiker. Deswegen laufe das Konzert unter dem Motto "Bringt die afghanischen Kinder durch den Winter". "Wir fühlen uns als Menschenfamilie und wir sollten uns alle für das verantwortlich fühlen, was in der Welt passiert."

100 DM pro Karte

Eine Karte kostet 100 DM. "Und wir finden, für so einen Akt, kann man diesen Preis auch bezahlen", meinte Lindenberg. "Wir spielen alle total umsonst. Die Kohle geht an Unicef, die leiten das weiter." Mit einem kleinen Teil der Einnahmen wird auch ein Hamburger Komitee für Afghanistan-Hilfe unterstützt. "Wir finden, die Leute sollten hier weniger Geschenke für das eigene Kind kaufen und lieber 100 DM für Afghanistan geben. Kriegsgerassel brauchen wir in Afghanistan nun wirklich nicht." Humanitäre Hilfe hingegen sei sehr wichtig.

"Vor dem Hintergrund, dass Deutschland geschichtlich gesehen eine Kriegsnation ist, sind wir politisch verpflichtet, etwas zu tun. Das heißt aber nicht, dass wir uns uneingeschränkt auf die Schlachtfelder begeben sollten", sagte der Musiker. "Wir sollten mit unserem Freund Amerika kritisch umgehen. Zu einer Freundschaft gehört auch das kritische Wort. Wir müssen friedliche Impulse in die Welt aussenden, keine Soldaten."

Karten für das Benefizkonzert gibt es unter der Telefonnummer 040/433 039.

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