Statt Tachometer nun der Pulsfrequenzmesser
Bloß nicht verausgaben

Mit dem Mountain-Bike über die Alpen. Transalp-Touren sind nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein Naturerlebnis pur.

Der Mann weiß sich zu quälen - Frank Schübel hat da keine Hemmungen. "Meine Kollegen fragen mich immer, warum ich mir das antue", erklärt der 38-jährige Leiter des Corporate Marketing von Nestlé Deutschland in Frankfurt.

Die Rede ist dann von der Adidas-Bike-Transalp-Challenge, die jedes Jahr im Sommer 1 000 durchtrainierte Profi- und Hobby- Mountain-Biker von Mittenwald über die Alpen nach Riva del Garda führt. Dieses Radrennen, was die Strapazen betrifft, durchaus mit der Tour de France vergleichbar, hat es in sich. Die Zahlen sprechen hier eine eindeutige Sprache. Innerhalb von acht Tagen müssen 652 Kilometer und 21 521 Höhenmeter von den Sportlern bewältigt werden. Dabei geht die härteste und längste Etappe des Rennens über fast 150 Kilometer, dabei werden 3 526 Höhenmeter von den Bikern abgeradelt.

"Ohne gute Vorbereitung läuft da nichts", sagt Schübel, der in diesem Jahr zum vierten Mal bei der Transalp dabei war. Die nötige Fitness für die Renn-Strapazen holt sich der Nestlé-Manager im Taunus. "Wegen meines zeitintensiven Berufs kann ich leider nur einmal die Woche trainieren. Aber dieses 3-stündige Training absolviere ich immer, bei Wind und Schnee und unabhängig von der Jahreszeit", betont er. Und bevor es mit dem Bike in die Alpen geht, kann es vorkommen, dass Schübel den nahen Feldberg, immerhin über 800 Meter hoch, dreimal hintereinander hoch- und runterfährt.

Für Transalp-Nachahmer hat Schübel einen Tipp parat: Bitte nie verausgaben, denn das geht unter Garantie schief. "Bei meinem ersten Rennen habe ich mich von den Profis mitziehen lassen mit dem Erfolg, dass ich nach den ersten 1 000 Höhenmetern schon aufgeben wollte", erinnert er sich.

Das passiert ihm heute nicht mehr. Schübel hat sich von seinem Sportmediziner checken lassen und fährt à la Lance Armstrong und Jan Ullrich nur noch mit einem Pulsfrequenzmesser. "So gehe ich sicher, dass ich nicht unter oder über meinem Leistungslimit unterwegs bin. Einen Fahrrad-Tacho brauche ich jetzt nicht mehr", schmunzelt der Bad Homburger.

Ganz so professionell wie Schübel geht Alexander Burg bei seinem transalpinen Mountain-Bike-Exkursionen nicht zu Werke. "Der Renncharakter der Transalp ist nicht meine Sache", erklärt der 30-jährige Vertriebsmanager der Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH. Burg, der während seiner Studienzeit in Braunschweig jährlich 8 000 Kilometer als Fahrradkurier unterwegs war, schätzt neben der sportlichen Herausforderung auch das Naturerlebnis dieser Transalp-Touren, die er mit Freunden von Mittenwald, dem Chiemsee oder Oberstdorf, mit dem Ziel Riva am Gardasee, aus startet.

"Wer in der Höhe mit dem Bike unterwegs ist, verstärkt seine Sauerstoffspeicherung und seinen Sauerstofftransport", erklärt Weekend- Journal-Fitnesscoach Iris Haarland und empfiehlt, die körperliche Belastung in den ersten Tagen genau zu dosieren. "Wer nicht an die Höhe gewöhnt ist, bei dem kann sich schon ab 2 000 Meter die Bergkrankheit einstellen", sagt Haarland. Anzeichen hierfür sind zum Beispiel euphorische Stimmung und Überschätzung des eigenen Könnens. Hinzu kommen möglicherweise Atemnot, Herzklopfen und erhöhte Reizbarkeit. "Wenn solche Symptome auftreten, dann sollte der Biker sofort die Belastung runterschrauben und eine Pause einlegen", rät Iris Haarland.

Gegen eine Pause hat Schübel bei der Transalp nichts einzuwenden. "Eine halbe Stunde Spaghetti-Pause muss auch bei diesem Rennen einfach drin sein."

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