Stattdessen wird Kirch Media gelistet
Hintergrund: Das kurze Pro-Sieben-Gastspiel an der Börse

dpa-afx MÜNCHEN. Wenn die Verschmelzung des Pro-Sieben-Konzerns auf die Muttergesellschaft Kirch Media nicht noch scheitert, findet das Pro-Sieben-Gastspiel an der Börse ein recht schnelles Ende. Denn nach der Fusion wird es Pro Sieben an der Börse nicht mehr geben. Stattdessen soll die neu aufgestellte Kirch Media gelistet werden.

Gut acht Jahre nach dem Sendestart war die ProSieben Media AG am 7. Juli 1997 als Deutschlands erste Fernseh-Aktie im amtlichen Handel gestartet. Mit einer 25 Mill. DM-Kampagne warb der Konzern um die Gunst der Anleger. Die Emission war 50fach überzeichnet. An die Börse gebracht wurden allerdings nur die stimmrechtlosen Vorzugsaktien. Die Mehrheit der Stimmrechte lag bei Leo Kirchs Sohn Thomas; die Rewe-Gruppe hielt 40 %.

Ausgabepreis lag bei bereinigt 9,20 ?

Der Ausgabepreis betrug bereinigt um Aktiensplitts etwa 9,20 ?. Lange Zeit trat der Kurs auf der Stelle. Auch wegen der Beschränkung auf Vorzugsaktien und wegen des Kirch-Imperiums im Hintergrund fehle es an Fantasie, hieß es einmal. Im Frühjahr 1998 zog Pro Sieben als erster Medienwert in den MDax ein, in dem Index sind die 70 wichtigsten Unternehmen außerhalb des Dax notiert. In den folgenden Jahren setzte Pro Sieben den Expansionskurs fort, startete unter anderem den Nachrichtensender N24 und fusionierte schließlich im vergangenen Jahr mit dem ertragsschwächeren Kirch-Sender SAT.1.

Der Aktienkurs setzte erst Ende 1999 zu einem kurzzeitigen, rasanten Steilflug an, der bis zu einem Hoch von mehr als 40 ? führte. Gründer Georg Kofler hatte zuvor seinen Rückzug angekündigt. Nachfolger Urs Rohner galt als Befürworter einer engeren Integration in die KirchGruppe, die 1999 auch offiziell das Ruder übernahm. Trotz der schlechten Stimmung an den Aktienmärkten hielt sich der Kurs lange stabil. Erst in diesem Jahr begann der Absturz, als der Werbemarkt unerwartet stark einbrach und Pro Sieben SAT.1 die Erwartungen nach unten korrigieren musste. Mittlerweile ist der Kurs wieder nahe an seinem Ausgabepreis angelangt.

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