Stefan Pfannmöller zweiter Medaillenkandidat im DKV-Team
Mit Hightech-Kajak zu Hochglanz-Gold

In Sydney noch ein Nobody, in Athen Topfavorit: Auf Thomas Schmidt setzt der Deutsche Kanu-Verband große Hoffnungen.

HB ATHEN. Ausgerechnet auf dem ungeliebten Salzwasser will Schmidt als erster Kajak-Fahrer zum zweiten Mal Olympiasieger werden. Der Bad Kreuznacher, der die Slalom-Welt mit seinem Wellenritt von Penrith beeindruckte und seine Sportart zum ersten Mal seit Augsburg 1972 wieder ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland rückte, hat keine Anstrengungen gescheut, im Vorfeld von Olympia das Letzte aus sich und seinem Material herauszuholen.

"Die Vorbereitung war optimal, die Form ist da. Jetzt hängt vieles von der Aushängung der Strecke und der Tagesform ab", meint der 28-Jährige. In jeder freien Minute hat der Labor-Ingenieur an der Fachhochschule Augsburg getüftelt, um mit seinem "Atomos" ein Gefährt zu konstruieren, das nach der Entscheidung in aller Munde sein könnte. Fast 30 000 ? (Schmidt: "Ein oberer Mittelklassewagen") kostet das mit Hilfe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) und Geldgebern aus der Wirtschaft finanzierte Boot, das im Gegensatz zu früheren Modellen in einem Stück, also ohne Schweißnaht zwischen Ober- und Unterschiff, gefertigt und mit vorimprägniertem Material beschichtet ist.

Als erste Sportler des deutschen Teams hatten die Slalom-Kanuten das Olympische Dorf bezogen und seit Wochen auf der Strecke trainiert, die erst am Montag für Testfahrer ausgehängt wurde. "Wir mussten wirklich alle Varianten auf dem schnellen Wasser testen. Das ist unbedingt nötig, wenn man ganz vorn landen will. Das braucht seine Zeit", begründet Schmidt und nimmt damit auch weitere Trainingsstunden auf dem ungeliebten Salzwasser in Kauf. "Wenn es in die Augen spritzt, sieht man einige Momente gar nichts, und Runterschlucken ist total ekelhaft. Wenn du zu viel schluckst, würgst du im Ziel nur noch", ist Schmidt von der Slalom-Premiere auf Meereswasser gar nicht begeistert, zumal das aggressive Salz auch die Farben auf Booten und Paddeln schnell zerstört.

Schmidt ist der Frontmann der deutschen Paddel-Armada, die als einzige mit sieben Booten in den vier Konkurrenzen dabei ist. "Alle sieben können in die Medaillenränge fahren. Aber mit zwei Mal Edelmetall wäre ich zufrieden", bekennt DKV-Sportdirektor Jens Kahl. Am Dienstag geht der Sydney-Fünfte Stefan Pfannmöller (Halle) als erster Deutscher in den Vorkampf. "Diesmal muss es klappen", meinte der 23-Jährige, der als Weltcup-Zweiter seine Konstanz unter Beweis stellte. Auch Mandy Planert (Leipzig) war in der bisherigen Saison auf Platz zwei programmiert. "Das noch einmal in Athen, ein Traum", sagte die Sechste von Sydney.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%